Karl-Marx-Allee, © Volker HobrackVortrag von Achim Bahr
Donnerstag, 20. März 2025 18.30 Uhr
Ort : Stadtteilladen dialog 101, Köpenicker Str. 101, 10179 Berlin,U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße
Im November 1951 veröffentlichte die SED einen Aufruf für den Aufbau Berlins. Das „Nationale Aufbauprogramm Berlin“ sah die Stalinallee als Schwerpunkt eines Stadtteils von Wohn- und Hochhäusern sowie als Vorbild für die hauptstädtische Architektur und Stadtplanung vor. Es entstand ein Prachtboulevard nach sowjetischem Vorbild. Die Wohnungen – ausgestattet mit Fernheizung, Toiletten, Bädern, Aufzügen, Müllschluckern und Gegensprechanlagen – waren zu ihrer Entstehungszeit in der noch weithin zertrümmerten Stadt nicht nur besonders prachtvoll, sondern auch außerordentlich luxuriös.
Besondere Bedeutung erlangte die Straße beim Aufstand vom 17. Juni 1953. Die Arbeiter auf den Großbaustellen der damaligen Stalinallee begannen am Vorabend mit Streiks gegen die vom Zentralkomitee der SED angeordnete allgemeine Erhöhung der Arbeitsnormen.
1961 wurde die Stalinallee umbenannt: der Abschnitt westlich des Frankfurter Tores wurde zur Karl-Marx-Allee, östlich davon zur Frankfurter Allee. Die Bauten des sozialistischen Klassizismus zwischen Strausberger Platz und Proskauer Straße sind als Denkmalbereich geschützt. Auch heute noch ist die Gegend ein begehrtes Wohngebiet.

Der Künstler, Hochschullehrer, Historiker, Kurator und Autor Achim Bahr ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender des gemeinnützigen Vereins STALINBAUTEN e.V.
