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Teil 3 - Der Heinrichplatz und die Oranienstraße


Der Heinrichplatz (3) mit der benachbarten Mariannen-, Naunyn- und Adalbertstraße ist sozusagen das türkische Wirtschaftszentrum des Gebietes.

Mehrere hundert Gewerbetreibende schaffen nicht nur Arbeitsplätze, sondern tragen zusammen mit den 3.000 anderen türkischen Untenehmern in Berlin mit einer Md. DM Steuern jährlich erheblich zum Staats- und Stadtsäckel bei.

Hier gibt es typische Restaurants, wie eine alkoholfreie türkische Speisegaststätte, oder ein sogenanntes Männercafé, wo in der Türkei Frauen nicht gern gesehen werden.

Hier nimmt man es nicht ganz so genau. Auch empfiehlt sich eine indische Spezialitätengaststätte.

Die in Reiseführern als Szenekneipe ausgewiesene "Rote Harfe" ist inzwischen von "Walter" (offiziell "Zum Elefanten") in der Beliebtheit abgelöst worden.

Beim weiteren Gang durch die Oranienstraße ist die Vielfalt des Angebots in den türkischen Obst- und Gemüsegeschäften zu bewundern, die an die anderswo ausgestorbenen "Tante-Emma-Läden" erinnern.

Auf dem weiteren Weg durch den "Kudamm des Ostens" befindet sich links in Nr. 187 ein Gewerbehof, typisch für die sogenannte "Kreuzberger Mischung" zwischen Arbeit und Wohnen.

Im Fabrikgebäude Oranienstraße 34 war einst die Schuhfirma Leiser, heute ist hier das "Nachbarschaftshaus für interkulturelle Begegnung ORA 34".

In sechs Etagen befinden sich der sogenannte Familiengarten, die Laientheatergruppe Diyalog, die Jugendkulturetage Mosaik, der Türkische Elternverein (der Anteil türkischstämmiger Kinder in den Klassen dieser Gegend beträgt 50 Prozent und mehr), der Verband binationaler Familien und Partnerschaften und die Gesellschaft türkischer Mediziner.

Von dem multinationalen Team des Hauses kann man mehr über die Entstehungsgeschichte des ORA 34 als Ergebnis hartnäckigen Widerstandes der Kiezbewohner gegen die in den 60er Jahren übliche Kahlschlagsanierung erfahren.

Bei Proben der Theatergruppe ist man ebenso willkommen wie zu einer Aufführung des neuesten zweisprachigen Stückes, das auch ohne Türkisch-Kenntnisse zu verstehen ist. Dieses Haus ist dazu geschaffen worden, daß sich Deutsche und Zuwanderer begegnen.