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Teil 2 - Über die Skalitzer Straße in die Oranienstraße


Die Oranienstraße wurde benannt nach dem Fürstentum Orange im Süden Frankreichs, aus dem sich französische Glaubensflüchtlinge nach Berlin-Brandenburg geflüchtet und im westlichen Teil dieser Straße angesiedelt hatten.

In der Kommandantenstraße (nahe Spittelmarkt) hatten sie ab 1701 bis zur Zerstörung 1943 eine eigene Kirche (Französische Louisenstadt-Kirche).

Die Oranienstraße war damals ein 'Karrenweg zwischen Viehweiden, die von den französischen Gärtnern in fruchtbares Land umgewandelt wurden.

Die Hugenotten brachten neben bislang in Berlin unbekannten Gemüsesorten wie grüne Bohnen und Erbsen neue Berufe in dieses Viertel, so Tuchmacher, Spinner, Walker, Tuchscherer, Wollkämmerer, Mützen- und Handschuhmacher sowie Strumpfweber.

Hier wurden auch Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht gepflanzt.

1740 lebten zwischen Spree und dem späteren Landwehrkanal 152 Franzosen, 100 Jahre danach waren es 800. Bis zu 30 % betrug zu bestimmten Zeiten der Fremdenanteil in diesem Einwandererviertel.

Nach anfänglichen Feindseligkeiten gegen die Fremden überwog dann bis heute ein Toleranzverhalten ihnen gegenüber.