Publikationen

  • Leseprobe: "Das Orania.Berlin am Luisenstädtischen Kanal"

    Orania Berlin

    Philipp und Jennifer Vogel (Hotelleitung)
    Foto: Käte Müller (Creative Director)

    Ähnlich wie der Luisenstädtische Kanal hat das Gebäude in der Oranienstraße 40, das ehemalige Haus Jacobi und heutige Hotel Orania.Berlin eine sehr bewegte Geschichte und das Bild des Oranienplatzes geprägt.

    Erbaut wurde es in den Jahren 1912 / 13 von den renommierten Architekten Wilhelm Cremer und Richard Wolffenstein für den Stadtverordneten und Kaufmann Leopold Jacobi als Büro- und Geschäftshaus.

    Im Untergeschoss bot das Café Oranienpalast seinen Gästen hervorragende Konzerte und Kabaretts unter der Leitung von Oscar Barton.

    Es wurde schon nach kurzer Zeit zu einem beliebten Treffpunkt für viele Kulturschaffende und Kulturinteressierte. Die Obergeschosse wurden von AEG, einem Verleger und einem Modegeschäft gemietet.

    Zu dieser Zeit konnte man beim Blick aus den Fenstern des Hauses die Boote und Schiffe auf dem Luisenstädtischen Kanal vorbeifahren sehen. Er führte von der Spree über das Engelbecken bis zum Urbanhafen direkt am Oranienplatz vorbei. Das Leben am Oranienplatz florierte.

  • Leseprobe: "Der Luisenstädtische Kanal - Das Café am Engelbecken"

    Das Café am Engelbecken
    Foto: Archiv Bürgerverein

    Auszug aus der Neuveröffentlichung “Klaus Duntze, Der Luisenstädtische Kanal; 2021”.


    Ein Beitrag verfasst von Café-Betreiber Cheena Riefstahl:

    KellerInnen aus 17 Nationen

    Bei uns kellnern eine Techno-Lettin, ein spanischer Hip-Hopper und ein türkischer Fußballer - insgesamt sind es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 17 Nationen. Und in der Küche steht seit vier Jahren ein Flüchtling aus Afghanistan. Wenn das Team so bunt gemischt und meistens ebenso gut drauf ist, spiegelt sich das auch bei den Besuchern wider.

    Wohlfühlen können sich die Besucher, weil wir ein offenes, einsehbar, ruhiges Tagescafé sind - mit Blick auf das Engelbecken und die gepflegte Parkanlage. Unser Publikum scheint nicht so homogen, wie in manchen Cafés und Kneipen in der Oranienstraße, wo sich eher gleich zu gleich gesinnt. Hier sitzt ein esoterischer Herr mit Laptop an einem Tisch und daneben eine Gruppe junger türkischer Frauen.

    Durch neue Kita ganz in der Nähe kommen auch die Eltern gern hierher und werden Teil des Stammpublikums. Sonst scheinen sich in den vergangenen zehn oder eher fünf Jahren erhebliche Umschichtungen ergeben zu haben. Es wohnen jetzt mehr junge Menschen aus München oder aus Spanien und anderen europäischen Ländern hier. Sie gehören zur wohlhabenden Kategorie. Die eine oder andere Sprache zusätzlich hilft.

    Aber auch die türkische Community aus der näheren und etwas weiteren Umgebung kommt gerne. Mein Kollege Akin Aydogan, mit dem ich das Café mache, und ich achten aber darauf, dass es international bleibt, dass wir nicht ethnisch zu eng werden und andere ausschließen. Vor allem aber gibt es jetzt sehr viel mehr Touristen. Sie sehen sich Kreuzberg an oder laufen den Mauerweg ab und kommen dann, um sich bei uns zu entspannen.

  • Leseprobe II: Die Eisfabrik - gestern · heute · morgen

    Perspektiven für die zukünftige Nutzung des Eisfabrik Areals

    Eisfabrik Ruine

    Das am Spreeufer 1913/14 errichtete Kessel- und Maschinenhaus. Es prägt mit seiner klaren, bereits der frühen Moderne verpflichteten neoklassizistischen Ziegelarchitektur des tempelartig ausgebildeten Giebels, den Uferraum
    (Foto: Peter Schwoch)


    Die frühere Eisfabrik ist ein stark beschädigtes technisches Denkmal. Das Maschinenhaus macht trotz der vielen Bauschäden an der Spreefassade und der zugemauerten Fenster und Eingänge an der Hofseite noch den Eindruck eines historischen Fabrikgebäudes.

    Der Schornstein verstärkt diesen Charakter und weist auf das vergangene Industriezeitalter hin. Leider sind die dazugehörigen riesigen Kühlhäuser nicht mehr vorhanden, denn obwohl deren Bedeutung bekannt war, ließ die TLG als damalige Eigentümerin sie abreißen.

  • Online Lesung: "Als Hausbesetzerin vom Görli zum Tauthaus am Engelbecken"

    Die Neuausgabe des Luisenstädischen Kanals von Dr. Klaus Duntze wird durch mehrere aktuelle und zeithistorische Beiträge ergänzt.

    Käthe Kruse hat sich die Mühe gemacht, ihren Beitrag "Als Hausbesetzerin vom Görli zum Tauthaus am Engelbecken" zu lesen und als Videodatei Interessierten anzubieten.

    Das Video kann hier direkt auf unserer Website gesehen werden...

    ... oder auch mit diesem Link bei Youtube abgespielt werden:

    www.youtube.com/watch?v=WG2ZGtACrdY


    Weitere Leseprobe zum Buch "Der Luisenstädtische Kanal"
    "Das Café am Engelbecken - "KellnerInnen aus 17 Nationen"


     Buch Cover

    Weitere Infos zum Buch finden Sie hier

  • Leseprobe I: Die Eisfabrik - gestern · heute · morgen

    Der Unternehmer Carl Bolle und die Natureisgewinnung

    Rummelsburger Eis-Ernte

    Eis! - Rummelsburg bei künstlicher Beleuchtung war ein Ausflugstipp in der "Glitzerwelt von 1001 Nacht" (um 1900 / SW) - Mehr siehe letzte Seite dieses Beitrages



    I. Eine amerikanische Idee - Carl Bolle bringt die Natureisgewinnung nach Berlin

    Seine Milchwagen bestimmten über Jahrzehnte das Berliner Stadtbild, dabei war "Bimmel-Bolle" noch in ganz anderen Branchen tätig.

    Bimmel Bolle Mädchen

    Gehörten zum Berliner Stadtbild um 1900 - die Bimmel-Bolle-Mädchen - Großansicht


  • Man kann sich einbringen oder selbst etwas auf die Beine stellen …

    Interview mit Claudia Hertel, Leiterin AG-Geschichte des Bürgervereins am 1.12.2021


     Claudia Hertel

    BVL: Zweck des Bürgervereins ist, sich der Pflege der Luisenstadt und ihrer Geschichte und Entwicklung zu widmen, die Pflege und Erhaltung von Kulturwerten sowie die Denkmalpflege voranzutreiben und zu verfolgen. Das erfolgt im Wesentlichen durch die AG Geschichte, die es seit der Gründung des Vereins gibt. Seit wann leitest du sie?

    C.H.: Seit ungefähr zehn Jahren. Der damalige AG-Leiter war schwer krank und schlug vor, mich kommissarisch einzusetzen. Er ist dann auch bald gestorben. Es fand sich niemand anderes, der diese Stelle übernehmen wollte und seitdem habe ich das gemacht.

    BVL: Das ist eine lange Zeit, da kannst du viel über die Arbeit der AG erzählen. Sie ist in der Öffentlichkeit vor allen Dingen durch die monatlichen Veranstaltungen, Führungen, Vorträge präsent. Ihr veröffentlicht das in Flyern, Plakaten, auf der Homepage. Wie funktioniert eigentlich die Arbeit in der AG? Wie kommt es zu den jeweiligen Themen, von der Idee bis zur Veranstaltung?

    C.H.: Seitdem ich dabei bin, treffen wir uns am dritten Montag jeden Monats nachmittags im Büro vom Bürgerverein beziehungsweise coronabedingt entweder per Videokonferenz oder in den Sommermonaten im Freien vor der Michaelkirche.

    Und dann trägt jeder vor. Ich trage als Leiterin erstmal vor, was der erweiterte Vorstand beraten und beschlossen hat, und als nächstes geht es um die Themen der AG Geschichte. Man spricht über ein aktuelles Thema. Zum Beispiel Stolperstein-Verlegung. Wer kann dazu recherchieren? Oder wem fällt was ein, was wir im nächsten Quartal besuchen könnten oder wen könnten wir fragen, wer für uns einen Vortrag hält oder welches Gebäude könnte man besichtigen? Und dann wird beraten, wer diese Themen übernimmt.

    BVL: Wie viele seid ihr?

    C.H.: Wir haben sieben, acht feste Mitglieder. In den letzten zwei Jahre sind es etwas weniger geworden, weil einige altersbedingt nicht mehr kommen konnten.

    BVL: Ihr habt keinen Schwerpunkt für das Jahr, sondern ihr tragt zusammen, was jeder gerade interessant findet?

    C.H.: Genau. Oder wenn in dem Jahr der Jahrestag eines Ereignisses ist, dann machen wir etwas dazu. Zum Beispiel zum 30. Jahrestag der Maueröffnung, Wiedervereinigung. Da haben wir mit anderen Initiativen in der Luisenstadt Führungen entlang des ehemaligen Mauerverlaufs gemacht. Ich finde es auch wichtig, mit anderen Initiativen zusammen etwas auf die Beine zu stellen.

    BVL: Ihr nehmt bestimmte Jahrestage oder historische Ereignisse mit zum Anlass?

    C.H.: Richtig. Oder der Todestag einer Ikone der Luisenstadt, oder zum Beispiel die Broschüre, die wir erarbeitet haben zum Heinrich-Heine-Viertel. Die Idee hat eine damalige Mitarbeiterin der Wohnungsbaugenossenschaft Berolina an uns herangetragen. Anlässlich 60 Jahre Grundsteinlegung kam sie auf die Idee des historischen Pfades und hat unsere AG Geschichte angesprochen. Dann

    haben sich vier von uns bereit erklärt, das auf die Beine zu stellen und wir haben es geschafft, mit eigenen Mitteln die Broschüre „Der historische Pfad im Heinrich-Heine-Viertel“ herauszugeben und bieten dazu auch thematische Führungen an.

    Historischer Pfad

    BVL: Eine Führung, die ich sehr beeindruckend fand, war zum Thema Zwangsarbeit in der Köpenicker Straße. Wie kommt ihr an Leute, die dazu was erzählen können?

    C.H.: Wenn keiner aus unserer Gruppe jemanden kennt, dann gucke entweder ich oder jemand anderes im Internet, was ist dazu von wem publiziert worden. Sind das Menschen, die hier leben. Dann schreiben wir diejenigen an und fragen, ob sie bereit sind, eine Führung für uns zu machen. Wir können aber in der Regel keine Honorarkosten oder Anreisekosten übernehmen. Die Führung zu den Zwangsarbeitsstätten hat sich glücklich ergeben. Die Frau wohnt in Berlin und war sofort bereit mitzuarbeiten.

    BVL: Sind die AG-Mitglieder schon lange im Bürgerverein oder kommen auch ab und zu mal neue dazu?

    C.H.: Es ist eher selten, dass neue Leute dazukommen. Auf den Führungen sind Mitglieder der AG Geschichte und des Bürgervereins dabei, aber auch immer Leute, die von außen dazu kommen. Das sind zum Teil sehr an Geschichte interessierte Menschen und die sprechen wir natürlich darauf an, wollt ihr nicht mitmachen? Aber das verwirklicht sich selten in einer aktiven und vor allem regelmäßigen Teilnahme.

    BVL: Aber ihr seid keine Historiker*innen? Einfach an Geschichte und speziell Stadtteilgeschichte Interessierte?

    C.H.: Genau. Fast alle wohnen in der Luisenstadt oder nahe bei, sowohl Kreuzberger als auch Mitte-Seite und einige sehr betagte Leute. Das ist ihr Bezug dann, zur Geschichts-AG dazuzukommen und aus ihrer eigenen Geschichte auch zu erzählen.

    BVL: Das kann ich gut nachvollziehen. Ich bin in der Luisenstadt groß geworden und habe durch eure Veranstaltungen und Führungen einen ganz anderen Blick auf mein eigenes hier Großwerden bekommen. Als wir dann hergezogen sind, wollte ich mich näher mit der Gegend befassen, denn als Heranwachsende machst du das nicht unbedingt.

    C.H.: Ich erinnere mich an eine Führung im Museum Friedrichshain-Kreuzberg. Eine junge Türkin hat mit uns eine Führung durch den türkischen Teil Kreuzbergs gemacht. Es gab ein Einführungsgespräch im Museum und dann sind wir die Adalbertstraße hoch, Oranienstraße und Reichenberger Straße. Wir sind in eine Moschee gegangen, waren im Trockenobstladen, haben uns ein Reisebüro angeguckt, einen Schmuckladen und natürlich die Gastronomien. Bei dieser Führung war eine alte Kreuzbergerin dabei, die sagte, das ist das erste Mal, dass ich mit einer jungen Türkin spreche. Das fand ich sehr erstaunlich.

    BVL: Es ist schon merkwürdig, wie verwurzelt viele Berliner in ihren Kiezen sind und wie eng sie auch manchmal in ihren Kontakten sind.

    C.H.: Oder wie geschlossen auch diese einzelnen Kreise sind innerhalb eines Kiezes. Wir sind in das Patentamt gegangen und haben eine Führung mitgemacht. Da waren auch Menschen dabei, die meinten: Oh! Hier war ich noch nie drin. So oft schon dran vorbeigelaufen …

    BVL: Normalerweise kommt man nicht auf die Idee, da reinzugehen und zu gucken. Beispielsweise das IG-Metall-Haus in der Alten Jakobstraße hat eine spannende Geschichte und einen wunderbaren Flur. Aber allein kommt man nicht darauf, in das Gewerkschaftshaus zu gehen und sich das anzuschauen. Es braucht einen äußeren Anstoß.

    C.H.: Und das finde ich so schön an der Arbeit der AG Geschichte, dass man auch seiner eigenen Neugierde nachgehen kann. Wenn man sagt, ich bin vom Bürgerverein Luisenstadt, Arbeitsgruppe Geschichte, da öffnen sich einem wirklich die Türen. Also das finde ich sehr schön, auch dass man das Gefühl hat, man bringt Menschen, die hier wohnen ihre eigene Nachbarschaft näher. Es erschließt Zusammenhänge.

    BVL: Das Bedürfnis dazu ist ja auch da. Das hört sich jetzt sehr einfach an, aber ich kann mir vorstellen, dass von der Idee bis die Führung stattfindet, dass da viel Arbeit hinter steckt oder auch etliche Hindernisse zu überwinden sind.

    C.H.: Also was viel Arbeit verlangt, sind die Programm-Flyer. Es gibt immer pro Quartal einen Programm-Flyer, da sind idealerweise drei Programmpunkte drin, meistens pro Monat einer. Und das musst du koordinieren. Erstmal die Themen. Findest du jemanden, der da mitmacht, von außen, aus der Arbeitsgruppe oder aus dem Bürgerverein. Dann musst du sehen, wenn das eine Veranstaltung in einem geschlossenen Raum ist, wo machst du das, ohne Geld zahlen zu müssen.

    Also es muss schon viel koordiniert werden. Auch drucktechnisch, wer macht das Layout, welche Bilder verwendest du, müssen sie senkrecht, waagerecht sein, was ist mit den Bildrechten. Wer schreibt die Texte für den Flyer, was kommt vorne aufs Deckblatt, wann geht er in den Druck, damit idealerweise bei der letzten Veranstaltung des gültigen Quartalsflyer der nächste fertig ist. Also das ist auch kreativ, aber dahinter steckt viel Arbeit.

    BVL: Ist die Arbeit denn verteilt auf die Mitglieder oder hängt vieles an dir?

    C.H.: Zu ca. 80 Prozent bin ich diejenige, die das koordiniert, dass alles rechtzeitig zusammenkommt. Manchmal gibt es auch Quartale, wo irgendwas nicht so funktioniert. Und dann springen Vereinsmitglieder ein wie Uli Fluß oder Volker Hobrack, die immer ein Thema und immer etwas zu erzählen haben. Oder man wiederholt auch schon mal was. Zum Beispiel eine Führung in der Blindenanstalt in der Oranienstraße, die findet im Januar wieder statt. Das sind dann Sachen, auf die man zurückgreifen kann und die trotzdem immer wieder gerne angenommen werden.

    BVL: Die Führung durch die Blindenanstalt war eine der ersten, die wir mitgemacht haben, als wir hier neu wohnten. Da bin ich als Kind immer dran vorbeimarschiert und jetzt konnte ich da endlich rein und mir das alles angucken und anhören.

    C.H.: Es kommt immer wieder vor, dass Leute eine Führung oder einen Besuch mitgemacht haben und sagen, oh, war das spannend, macht doch mal was anschließend daran. Zum Beispiel man läuft eine Strecke am Landwehrkanal ab, dann heißt es, wann laufen wir den Rest ab oder wann wiederholst du das? Ich kenne ein paar Leute, die würde das auch interessieren.

    BVL: Ich finde es nicht verkehrt, in gewissen Abständen noch mal was Vergleichbares zu machen. Es kommen neue Leute dazu und je nachdem, wer das macht, gibt es immer neue Aspekte.

    Du hast vorhin die Broschüre zum Heinrich-Heine-Viertel erwähnt. War das ein Gemeinschaftswerk der AG, wie lief das ab?

    C.H.: Wir sind viel herumgelaufen und haben geguckt, wo kann man recherchieren und haben uns dann fünf Stellen ausgesucht und geguckt, was gab es da früher in Berlin. Zum Beispiel stand an einigen Standorten eine Schule oder eine Kirche, dann wurde da was Neues gebaut und dann kam der Mauerbau und die DDR-Zeit. Zu den jeweiligen Themen haben Einzelne von uns gezielt recherchiert, im Landesarchiv, in Bibliotheken, und haben dazu etwas geschrieben. Wir haben uns mehrmals zusammengesetzt, das ging ja über mehrere Jahre, und haben geguckt, dass die Texte einheitlich sind, dass wir die Jahreszahlen gleich schreiben, haben die Bildrechte zusammengebettelt.

    BVL: Gab es eine Redaktionsgruppe oder hat die ganze AG das Okay gegeben?

    C.H.: Die ganze AG hat das mitgemacht. Aber das Layout hat Theresa Reuter gemacht, sie ist nicht Mitglied und hat auch ein Honorar dafür bekommen. Es hing schon viel Arbeit an ihr.

    BVL: Es gibt noch diese schöne Broschüre über die Eisfabrik in der Köpenicker Straße - Die Eisfabrik gestern heute morgen. Ist das auch ein AG-Ergebnis?

    C.H.: Das Material zusammengetragen hat Peter Schwoch, auch die meisten Texte geschrieben und Monika Müller hat die Redaktion übernommen. Aber es ist hauptsächlich das Werk von Peter. Die Idee dazu kam anlässlich eines Tages des offenen Denkmals, an dem die Eisfabrik dran beteiligt war. Da haben wir uns überlegt, dass am nächsten Tag des offenen Denkmals eine Broschüre dazu vorliegen sollte. Das haben wir auch geschafft. 

    Eisfabrik Broschüre Cover

    BVL: Ist außer diesen beiden Broschüren eine dritte geplant oder gibt es eine Idee dazu?

    C.H.: Also am Herzen liegt uns eine vergleichende Broschüre zum Heinrich-Heine-Viertel auf der anderen, der Kreuzberger Seite, Otto-Suhr-Siedlung. Das würde uns sehr gefallen. Oder über die Ikonen der Luisenstadt. Wir haben geliebäugelt mit den Denkmälern in der Luisenstadt. Aber das ist mit viel Arbeit verbunden und im Moment sehe ich nicht, dass das realisierbar wäre. Aber Ideen genug sind da.

    BVL: Was waren denn aus deiner Sicht Höhepunkte in der Arbeit der AG Geschichte?

    C.H.: Sehr beeindruckend fand ich die Führung zu den Betrieben in der Köpenicker Straße, die Zwangsarbeiter beschäftigt haben. Dann fand ich sehr schön, obwohl wir das nicht maßgeblich bestimmt haben, die Lichtmauer zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Da waren wir in der Waldemarstraße dran beteiligt. Sechs, sieben Stunden standen wir da, bis es abends losging. Das war sehr beeindruckend, wie man ins Gespräch auch kam mit den Leuten. 

    25 Jahre Mauerfall Lichtgrenze 2014

    Und sehr berührt hat mich eine Kooperation 2018 mit der Jacobikirche zu 80 Jahren Pogromnacht. Da war erst die Andacht in der Jacobikirche und später haben immer wechselnde Personen eine Stunde lang die Namen der Opfer gelesen, die aus der Luisenstadt deportiert wurden.

    BVL: Der Bürgerverein hat 2015 vom Landesdenkmalamt die Ferdinand-von-Quast-Medaille verliehen bekommen. Wofür gab es die?

    C.H.: Für die Wiederherstellung des Engelbeckens in der historischen Form. Da hat sich damals, vor meiner Zeit, der Bürgerverein und insbesondere Klaus Duntze sehr für engagiert, dass das in der historischen Form wieder hergerichtet wird. Das ist schon eine recht hochrangige Ehrung. Und vor zwei Jahren bekam der Bürgerverein die Verdienstmedaille des Bezirks Mitte.

    BVL: Welchen Stellenwert haben solche Ehrungen für den Verein und insbesondere auch für die AG Geschichte?

    C.H.: Ich denke, die Ferdinand-von-Quast-Medaille war eher eine Ehrung in Richtung Geschichte. Bei der Verdienstmedaille des Bezirks ging um die gesamte Arbeit, die der Verein seit 30 Jahren leistet, die Kontinuität, die Vielseitigkeit, die Verlässlichkeit. Wichtig finde ich auch, dass man politisch neutral bleibt.

    Und wichtig ist uns auch der Kontakt zu anderen geschichtlichen Initiativen, vorrangig in Berlin. Da gibt es sehr viele. Die meisten sind entweder objektbezogen oder stadtteilbezogen. Ein Austausch war immer unser Interesse, aber das ist auch arbeitsaufwändig, an Treffen beteiligt zu sein oder zumindest in dem Verteiler drin zu sein und mitzuteilen, das interessiert uns.

    BVL: Gibt es Initiativen, mit denen ihr dauerhaft in Kontakt seid?

    C.H.: Ja, das ist hauptsächlich der Verein KENB, Kulturerbenetz Berlin. Er will nach dem Münchener Modell alle sich mit Geschichte befassenden Initiativen zusammenbringen für einen gemeinsamen Auftritt, eine Website zum Beispiel. Um auch gegenüber dem Senat sagen zu können, wir sind 20 oder 30 historische Initiativen, die etwas möchten. Wir sind in dessen Verteiler und bekommen immer wichtige Informationen.

    Eine engere Zusammenarbeit gibt es mit den historischen Initiativen hier in der alten Berliner Mitte. Zum Beispiel bei den Hafenfesten im historischen Hafen, da hatten wir einen Stand. Die Initiative Leipziger Straße hatte ihren Stand, auch das Nikolaiviertel. Dadurch entstand ein Austausch mit dem Netzwerk Alte Berliner Mitte.

    BVL: Gibt es auch eine Kooperation mit dem Friedrichshain-Kreuzberg-Museum oder dem Mitte Museum?

    C.H.: Punktuell mit dem Kreuzberg-Museum in der Adalbertstraße, dass wir zum Beispiel deren Räumlichkeiten nutzen dürfen. Aber das muss immer wieder eruiert werden, ob es an dem Tag möglich ist und zu welchen Konditionen.

    BVL: Mich interessiert, wie funktioniert so eine Arbeitsgruppe? Gibt es Personen aus der Gruppe, die für bestimmte Aufgaben, Kooperationen zuständig sind oder läuft dann doch alles auf dich hinaus?

    C.H.: Zum Mitte Museum und zum Kreuzberg-Museum liefen Kontakte vorrangig über zwei AG-Mitglieder, die dort mitgearbeitet haben. Viel hat auch Volker Hobrack beigetragen, der in vielen Institutionen und Initiativen ist, wie Blindenwerkstatt oder Gedenkstätte Deutscher Widerstand, er hat auch Kontakte zur Koordinierungsstelle Stolpersteine. Dadurch sind viele Kontakte leichter zustande gekommen.

    BVL: Ja, das macht viel aus. Und wie geht es jetzt weiter mit der AG Geschichte? Wie sieht deren Zukunft aus?

    C.H.: Auf den letzten Sitzungen haben wir das Programm für das nächste Quartal fertig gemacht. Aber ich möchte nicht weiter die Verantwortung dafür tragen, ich weiß auch gar nicht, wie lange ich noch in Berlin bin. Solange ich hier bin, mache ich gerne mit, aber nicht mehr als Verantwortliche, nach fast zehn Jahren kann das auch mal jemand anderes machen, und vielleicht auch einen anderen Wind reinbringen. Also ich denke, es wird so weitergehen erstmal, dass die Aktiven, die regelmäßig kommen, zusammen versuchen, interessante Themen zu finden und an die Öffentlichkeit zu tragen. In der Luisenstadt ist so viel Spannendes zu entdecken, auch kennenzulernen, was da ist.

    BVL: Ich glaube nicht, dass der AG die Ideen ausgehen. Aber es braucht doch eine oder auch zwei, drei Personen, die darauf achten, dass die Sachen erledigt werden. Das kann man auf mehrere Schultern verteilen. Aber es müssten schon bestimmte Personen dafür zuständig und verantwortlich sein, auch wenn sie nur delegieren. Möchtest du noch etwas erzählen, was dir wichtig ist?

    C.H.: Als ich vor knapp elf Jahren in die Luisenstadt gezogen bin, wollte ich etwas Neues kennenlernen und auch Kontakte finden. Mich haben die Stolpersteine sehr interessiert, darüber kam ich zur AG Geschichte und habe gemerkt, was das für einen Zugang zum Stadtteil, zum Kiez und zu den Menschen, die im Kiez leben, ermöglicht. Das hat sich bis heute bestätigt, immer mehr gefestigt und auch erweitert. Für mich fängt jetzt ein neuer Lebensabschnitt an und ich gehe perspektivisch raus aus dem Kiez, aus der Luisenstadt und es fällt mir nicht leicht. Also ist nicht nur mit, ach, wie schön, neue Freiheit. Es ist auch mit ein bisschen Traurigkeit verbunden.

    BVL: Das kann ich gut nachvollziehen. Ich bin in der Kreuzberger Luisenstadt groß geworden, habe auch in verschiedenen Bezirken gewohnt, und vor gut sieben Jahren sind wir fast zurück in meine alte Heimat gezogen. Ich kannte hier vieles, habe aber jetzt andere Anknüpfungspunkte, auch den Wunsch, einiges zu vertiefen. Und dazu braucht man auch direkte Kontakte im Umfeld. Es gibt immer Zusammenschlüsse, die einen mit offenen Armen empfangen und sagen, ja, prima, komm her.

    C.H.: Und man kann sich einbringen. Das finde ich auch ein sehr befriedigendes Gefühl. Oder man kann selbst etwas auf die Beine stellen. Das ist nicht nur auf die AG Geschichte bezogen, sondern generell auf die Arbeit im Bürgerverein. Man kann sich einbringen. Sei es über die Stadtentwicklung, über die Gestaltung von Grünflächen, sei es zur Frage, wie geht man nachbarschaftlich miteinander um. Wie aufmerksam ist man zueinander.

    BVL: Das knüpft ja an die Bedürfnisse von Menschen an, das Umfeld, wo man lebt, es schön zu haben und auch mit gestalten zu können.

    C.H.: Ganz wichtig finde ich, dass man die Sommerfeste wieder aufnehmen kann, als Möglichkeit, sich zu begegnen, was zusammen zu gestalten. Der eine stellt die Biertische auf, der andere kümmert sich um das Organisatorische. Und jeder bringt was zu essen, was zu trinken mit. Da ist coronabedingt vieles an Aktivitäten weggefallen.

    Und sehr genossen habe ich die jährlichen Ausflüge mit der AG Geschichte. Sie waren gedacht für die Arbeitsgruppe und nicht als öffentliche Veranstaltung. Das erste Mal habe ich das vorgeschlagen. Alle waren begeistert und haben mitgemacht. Das war immer ein Ausflug in eine Stadt oder an eine Örtlichkeit nicht weit weg, mit einem geschichtlichen Hintergrund. Zum Beispiel waren wir vor einigen Jahren in Anklam im Museum Lilienthal. Der damalige Museumsdirektor hat uns durch das Museum geführt. Das war auch schon im Hinblick darauf, dass wir eine Gedenkstätte für die Gebrüder Lilienthal in der Köpenicker Straße haben wollen. Dann waren wir in Görlitz und haben eine wunderbare Führung durch die Altstadt bekommen. Ein anderer Ausflug war nach Groß-Schönebeck, auch nach Neuruppin und Brandenburg an der Havel. Es wäre schön, wenn das wieder möglich ist. Das schweißt eine Gruppe auch zusammen.

    BVL: Ich habe den Eindruck, dass es schwer ist, neue Menschen und erst recht junge Menschen für Geschichte, vor allem Kiezgeschichte, zu begeistern. Was ist deine Erfahrung?

    C.H.: Das würde ich auch sagen, schon aus persönlicher Erfahrung. Als junger Mensch habe mich für Geschichte ziemlich null interessiert. Und ich denke, dass die zwischen 20 und 30jährigen heutzutage nicht auf einen Flyer gucken, der irgendwo ausliegt, sondern die sind medial unterwegs. Und da machen wir nicht viel. Seit knapp zwei Jahren läuft der Versuch, mehr oder weniger regelmäßig einen Newsletter herauszubringen und die Website aktuell zu halten. Aber mehr passiert nicht, weil die meisten von uns überhaupt nicht befähigt sind, das durchzuhalten, in den sozialen Medien aktiv zu sein.

    BVL: Dazu brauchst du jemand, der technisch fit ist, Lust dazu hat und auch am Ball bleibt, auf Kommentare eingeht oder irgendwelche Sachen bearbeitet. In der Satzung steht auch, Jugendliche und Kinder durch Zusammenarbeit für die Heimatgeschichte zu begeistern. Ist in der Richtung irgendwas gelaufen und wie waren die Ergebnisse?

    C.H.: Mir liegt das sehr am Herzen. Vor meiner Zeit war die Grabung zu den Resten der alten Luisenstadtkirche. Da gab es eine Kooperation mit einer Schulklasse aus der City-Grundschule. Mir schwebte eine Geschichtsrallye mit Kindern vor. Eine andere Idee war, mit einer freien Mitarbeiterin vom Friedrichshain-Kreuzberg-Museum was zu Badeanstalten zu machen. Sie hatte recherchiert mit der DLRG auf der Fischerinsel über Schwimmschulen und Badeanstalten in der Luisenstadt. Aber realisiert worden ist es bisher nicht.

    BVL: Kinder für Geschichte zu begeistern passiert ja auf verschiedenen Ebenen, dass sie einen spannenden, lebensnahen Geschichtsunterricht haben, sie auch in der Familie Antworten bekommen auf Fragen und dadurch neugierig werden auf Früher.

    C.H.: Das Museum Friedrichshain-Kreuzberg hat auch mit dieser freien Mitarbeiterin hauptsächlich junge Türken und Araber zu Stadtteilführern ausgebildet. Eine Führung habe ich mitgemacht. Das war auch witzig. Die Kinder haben den erwachsenen Teilnehmern ihren Kiez erklärt, auch erzählt, früher mussten die Kinder hier arbeiten und wir können jetzt zur Schule gehen. Das kann man ausbauen. Aber das ist nicht mehr in meiner Verantwortung, das kann dann jemand anderes machen.

    BVL: Hoffen wir, dass sich eine, einer oder eine Handvoll Menschen dafür finden. Es wäre schade, wenn es nur bei Ideen bliebe. Es ist zwar schön, sich untereinander auszutauschen, aber noch schöner ist es, diese Ideen auch umzusetzen und Rückmeldungen zu bekommen.

    Das Interview führte Beate Leopold


     

  • Historischer Pfad STATION 5: 1961 -1989 Leben an der Berliner Mauer

    Eine weitere Leseprobe aus unserer Stadtteil-Broschüre "Historischer Pfad" über das Heinrich-Heine-Viertel

    Leben an der Mauer

    Die Station 5 erinnert uns an die Jahre 1961 - 1989 und das Leben an der Berliner Mauer

    Die heutige Zeit "nach der Mauer" ist bereits länger als die Zeit zwischen Mauerbau und Mauerfall.

    Volker Hobrack rekapituliert die Zeit und erinnert an die gemauerte Trennung der Luisenstadt und das sehr unterschiedlich entstehend neue Leben in Süd (Mitte) und Nord (Kreuzberg).

    Zur Station 5 - auch hier haben wir eine Erinnerungs-Stele geplant... es fehlt leider nicht nur an Geld, auch an einem breiten Willen, diese zu realisieren...


    Im August 1961 konnten die Menschen in der Sebastianstraße aus ihren Fenstern zusehen, wie die ersten Absperrungen mit Stacheldraht gezogen wurden.

    Es war unvorstellbar, dass das sperrige Ungetüm ausgebaut und über Jahrzehnte stehen bleiben würde. In vielen Straßen entlang der innerstädtischen Grenze mussten die Anwohnenden Erschwernisse beim Zugang zu Ihren Häusern in Kauf nehmen.

  • Ein weiterer Stolperstein in der Luisenstadt


                                   Luckauer Str.13. Foto: Claudia HertelAm 20.11.2021 wurde auf Initiative der Stolpersteininitiative Stierstraße Berlin-Friedenau in der Luckauer Str. 13 ein Stolperstein für Isaak Eisner verlegt.  

    Isaak Eisner wurde am 9.Sept. 1863 in Jellowa (Ilnau, ehem. Schlesien) geboren. Er war Schlachtermeister und hatte eine eigene, sehr gut gehende Fleischerei für koscheres Fleisch in der Luckauer Str. 13 in Berlin-Kreuzberg, wo er und seine Familie auch wohnten.  

    Isaak Eisner war verheiratet mit Auguste Emilie, geb. Labitzke, geboren am 20.9.1865. Seine Frau war protestantisch, er jüdisch und sehr religiös, wegen der großen Zuneigung zueinander kam es trotzdem zur Heirat. Sie hatten vier Kinder, drei Mädchen und einen Jungen. Auguste Eisner verstarb am 16.1.1930 in Berlin und wurde in Weißensee beigesetzt. 

    Isaak Eisner wohnte zuletzt im Altenheim Große Hamburger Str. 26 und wurde im Alter von 79 Jahren am 6.6.1942 mit dem 117. Altentransport nach Theresienstadt deportiert, dort starb er am 31.3.1943.

     

    Stolperstein Luckauer Str. 13 IsaakEisner. Foto: Claudia Hertel

     

    Beim Landesverwaltungsamt (Entschädigungsstelle) liegt eine Akte zu Isaak Eisner vor. 

    Auch beim Landesarchiv Brandenburg in Potsdam-Golm liegt eine Akte zu Isaak Eisner vor.  

    CH


     

  • Historischer Pfad STATION 4 - Verschwundene Straßen der Luisenstadt

    Eine weitere Leseprobe aus
    unserer Stadtteil-Broschüre

    Station 4 Verschwundene Straßen karten

    Auf zur Station 4 - Verlorene, aufgegebene und umbenannte Straßen

    Ein weiterer Blick zurück: Verschwundene Straßen in der Luisenstadt. Einige sind verloren, aufgegeben, andere umbenannt und leben auch heute noch - teils in einem Schattendasein.

    Wir unternehmen eine weitere Etappe auf unserem Rundgang durch das Heinrich-Heine-Viertel und begeben uns zur Station 4. Wo leider ebenfalls noch die von uns geplante Stele vor Ort fehlt.

  • Historische Fußtour No 10: Gewerbehöfe in der Luisenstadt

    Auch bei Corona Lockdown -
    Spazierengehen ist möglich

    Tour 10 Gewerbehöfe

    > Wege-Skizze der Tour durch die Gewerbehöfe. Wiederholen Sie die Tour an einem Werktag - dann sind die Höfe meistens geöffnet. (Abbildung ist gedreht!)


    Leseprobe *)

    Historische Fußtour No 10: Gewerbehöfe in der Luisenstadt

    Von und mit Frank Eberhardt, Vereinsgründer und erster Vorstand unseres Bürgervereins Luisenstadt

    Die Gewerbehöfe in der Rungestraße und Ohmstraße, der Victoriahof, die Stockhöfe, das ehemalige Gewerkschaftshaus, Pelikanhaus, Engelbecken-Hof, Ritterhof, Wassertorplatz und der Elisabethhof sind die zehn interessanten Stationen.

    Die Leseprobe beginnt hier

  • Historischer Pfad STATION 3 - Der Geisterbahnhof Heinrich-Heine-Straße U8

    Eine weitere Leseprobe
    aus unserer Stadtteil-Broschüre

    Station 3 Eingang 1948

    Station 3: Die Neanderstraße - ab 1961 Heinrich-Heine-Straße

    Hier: Der Geisterbahnhof U8 Heinrich-Heine-Straße

    Der U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße ging am 6. April 1928 unter dem Namen Neanderstraße in Betrieb.

    Die Station wurde von Alfred Grenander im Stil der Neuen Sachlichkeit gestaltet.

    Infolge des Zweiten Weltkriegs musste Ende April 1945 der Verkehr im gesamten U-Bahn-Netz stillgelegt werden. Der Betrieb im Bahn-hof Neanderstraße konnte am 3. Juni 1945 wieder aufgenommen werden.

    Der südliche Ausgang, ursprünglich in einem Haus an der Ecke Schmidstraße angelegt, wurde nach der Beseitigung der Trümmer als freistehender Treppenzugang auf den Gehwegen der Neanderstraße eröffnet.

    Nach der Umbenennung der Neanderstraße in Heinrich-Heine-Straße 1960 wurde dementsprechend auch der U-Bahnhof umbenannt.

  • Historische Fußtour No 9: Der Luisenstädter Kirchhof am Südstern

    Tour 9 Friedhof Karte

    > Wege-Skizze der Friedhofstour in der Großansicht anschauen (Abbildung ist gedreht!)


    Leseprobe *)

    Historische Fußtour No 9: Der Luisenstädter Kirchhof am Südstern

    Von und mit Frank Eberhardt, Vereinsgründer und erster Vorstand unseres Bürgervereins Luisenstadt

    Stresemann, Fidicin, Runge, Kochhann, Späth, Hedemann, Klatt, von Klöden, Langerhans, Feilner, Wichmann... das sind nur einige der hier auf dem historischen Friedhof begrabenen Persönlichkeiten unserer Stadt.

    Frank Eberhardt schildert erwähnt auf seinem 1995 verfassten Friedhofsrundgang auch die Biografien - denn diese stehen nicht auf den stummen Grabsteinen, die nach und nach leider verschwinden.

  • Historische Fußtour No 8: Von Kirche zu Kirche durch die Luisenstadt

    Fußtour 8 Karte - Von Kirche zu Kirche

    > Stadtplan-Skizze der Fußtour in der Großansicht (Abbildung ist gedreht!)


    Leseprobe *)

    Historische Fußtour No 8: Von Kirche zu Kirche

    Von und mit Frank Eberhardt, Vereinsgründer und erster Vorstand unseres Bürgervereins Luisenstadt

    Dreizehn Kirchen gab es in der Luisenstadt. Viel, aber nicht zu viel für diesen Berliner Stadtteil, der um 1900 der größte Berlins war.

  • Sa 15·Aug: Rundgang mit Lesung - Historischer Pfad im Heinrich-Heine-Viertel

    Wir sind wieder da!

    Armenschule Annenstraße 21Die Armenschule in der Annenstraße, um 1870

    Unsere AG Geschichte hat wieder drei Veranstaltungen vorbereitet, jeweils für August, September und Oktober. Wir begeben uns im August auf die Spuren der Vergangenheit eines vielseitigen Viertels in der Luisenstadt.

    Das Neanderviertel, ab 1966 Heinrich-Heine-Viertel, ist das erste große Wohnungsbauprojekt, das nach dem 2. Weltkrieg in Plattenbauweise in Ostberlin realisiert wurde.

    Mit rund 2.500 Wohnungen ist das Heinrich-Heine-Viertel heute das größte Genossenschaftsquartier im Zentrum Berlins.

    Die Fläche, über die sich das Viertel erstreckt, könnte mehr Geschichte kaum enthalten.

    Wir lesen auf unserem Spaziergang aus der Broschüre, die Mitglieder des Bürgervereins Luisenstadt über das Gebiet des Heinrich-Heine-Viertels herausgebracht haben.

    Stationen sind u. a. die erste städtische Turnhalle aus dem Jahr 1864 (Bild unten), die erste Kaufhalle des neu entstandenen Wohnviertels, eine Armenschule (Bild oben) und eine der vielen Vergnügungsstätten, die es bis zum 2. Weltkrieg in dieser Gegend gab.

  • Stadtgeschichte mit Leidenschaft - Ein Besuch bei Dr. Kurt Wernicke

    Claudia Hertel und Volker Hobrack vom Bürgerverein Luisenstadt zu Gast bei Historiker Kurt Wernicke

    Kurt Wernicke bei Youtube

    Angemeldet per E-Mail und bestätigt per Telefon vermittelt der erste Kontakt den Eindruck eine lebhafte Person anzutreffen.

    Wir kommen zu zweit und werden herzlich begrüßt und in seine kleine Wohnung hineingebeten.

    Hier in einem Köpenicker Neubauviertel wohnt er seit wenigen Jahren in einer Q3-Wohnung, nachdem seine Frau gestorben ist und er hunderte Bücher seiner Bibliothek aus Platzmangel dem Heimatverein Köpenick übergeben hat.

    Trotzdem ergibt sich der Eindruck einer Schreibwerkstatt um den PC-Arbeitsplatz herum unter Literatur- und Heimatkalendern und Bücherregalen.

    Mit 90 ist Kurt Wernicke immer noch mit historischen Themen befasst mit einem täglich selbst abgesteckten Arbeitspensum.

    Im kleinen Wohnzimmer sind die Kaffeetassen platziert und hier beginnt er zu erzählen.

  • Historische Fußtour No 7: Vom Görlitzer Bahnhof zur Jannowitzbrücke

    Tour 6 Karte

    > Stadtplan-Skizze der Fußtour in der Großansicht (Abbildung ist gedreht!)


    Leseprobe *)

    Historische Fußtour No 7: Vom Görlitzer Bahnhof zur Jannowitzbrücke

    Von und mit Klaus-Jürgen Fischer

    Diese Fußtour führt durch ein seit über 300 Jahren von Zuwanderern bevorzugtes Viertel in der Luisenstadt, das heute scherzhaft auch "Klein-Istanbul" genannt wird. Hier haben sich in den letzten drei Jahrzehnten eigene türkische Strukturen entwickelt.

    *) Text und Illustration: Auszug aus unserem Nachdruck des Buches "Die Luisenstadt - Geschichte und Geschichten über einen alten Berliner Stadtteil". Seite 268 - 273. Abbildungen in Schwarz-Weiß ebenfalls dem Buch entnommen.
    Die Tourbeschreibung wurde erstellt im Jahr 1995 - vergleichen Sie bei Ihrem Spaziergang doch mal gestern und heute.


  • Luisenstadt - Unser Veranstaltungsprogramm von August bis Oktober 2020

    Wir sind wieder da! Unser Veranstaltungsprogramm für die Monate August bis Oktober 2020...

    Bildausschnitt: bpk Berlin/Kunstbibliothek, SMB, Photothek Willy Römer / Willy Römer


    Das Programm wird organisiert von der AG Geschichte. Die Verteilung der gedruckten Flyer erfolgt in Ihrer Nachbarschaft ab Mitte Juli 2020.
    Bildausschnitt oben: bpk Berlin/Kunstbibliothek, SMB, Photothek Willy Römer / Willy Römer

    Terminübersicht:

  • Auf dem historischen Pfad im Heinrich-Heine-Viertel - STATION 2

    Eine weitere Leseprobe aus
    unserer Stadtteil-Broschüre

    Entwurf Neanderviertel 600

    Station 2: Die Projektierung des Heinrich-Heine-Viertels 1957 – 1961

    Hier: Annenstraße und Dresdener Straße

    Nach den massiven Kriegszerstörungen war die Schaffung von Wohnraum dringend notwendig. Nun war es auch im Berliner Stadtzentrum möglich, die architektonischen Ideen des "Neuen Bauens" der 1920er Jahre wieder aufzugreifen und schnell und kostengünstig "Wohnungen für alle" zu bauen – ein Stil, der während der NS-Herrschaft geächtet war.


    Im Dezember 1957 schlug die SED die Projektierung einer Siedlung im Bereich Alte und Neue Jakobstraße, Sebastianstraße und Neanderstraße vor und bereits 1958 konnte mit dem Bau begonnen werden. Die Reste der ehemals stark verdichteten Blockrandbebauung des Neanderviertels wurden vollends abgetragen und an ihrer Stelle bestimmten nun von Grün umgebene Zeilenbauten das architektonische Bild – ganz im Sinne des 1958 entwickelten Leitbildes des "sozialistischen Wohnkomplexes".


  • Neuerscheinung: Jürgen Enkemann - Kreuzberg. Das andere Berlin.

    BVL im Xberg Buch


    Unser Bürgerverein im Buch

    Das im Sommer 2020 erschienene Buch "Kreuzberg - das andere Berlin" von Jürgen Enkemann hat eine etwas unglückliche Covergestaltung. Die comichafte, gezeichnete Illustration könnte vermuten lassen, hier ein Comic-Buch oder einen Bildband zu finden. Aber das ist das Buch nicht!

    Das 240 Seiten und 930 Gramm schwere Buch im etwa quadratischen Format präsentiert seinen primären Inhalt als Text. Der Text ist aber mit zahlreichen, erläuternden dokumentarischen Bildern abgemischt. Es macht Spaß, das Buch nicht nur zu blättern, sondern auch zu lesen.

    Nehmen Sie es am besten in Ihrer Lieblingsbuchhandlung mal zur Hand und verzichten Sie auf den Online-Handel.

    Und ja, wie oben zu sehen, unser Bürgerverein hat mit der Überschrift "Kontaktausweitungen: Der übergreifende Luisenstadtverein" auch auf einer Doppelseite seinen Weg in das Buch gefunden. Ein Foto von der Gründungsversammlung im Jahr 1991 und ein weiteres vom dreiköpfigen Gründungsvorstand sind eine wertvolle Erinnerung.



  • Historische Fußtour No 6: Die "Cöpenicksche" - Vom Schulze-Delitzsch-Platz zum Schlesischen Tor

    Tour 6 Karte

    > Stadtplan-Skizze der Fußtour in der Großansicht


    Leseprobe

    Historische Fußtour No 6: Die "Cöpenicksche" - Vom Schulze-Delitzsch-Platz zum Schlesischen Tor

    Von und mit Frank Eberhardt *)

    Text und Illustration: Auszug aus unserem Nachdruck des Buches "Die Luisenstadt - Geschichte und Geschichten über einen alten Berliner Stadtteil". Seite 256 - 261. Abbildungen in Schwarz-Weiß ebenfalls dem Buch entnommen.
    Die Tourbeschreibung wurde erstellt im Jahr 1995 - vergleichen Sie bei Ihrem Spaziergang doch mal gestern und heute.


    *) Diese Tour aus unserem Luisenstadt-Buchverfasste Dr. Frank Eberhardt, 1. Vorstand bei der Gründung unseres Vereins im Jahr 1991 (hier im Interview)

  • Ein historischer Pfad im Heinrich-Heine-Viertel - STATION 1

    Eine Leseprobe aus
    unserer Stadtteil-Broschüre

    Historischer Pfad Cover 800

    Station 1: Sebastianstraße 25
    Melanchthonhaus der Berliner Stadtmission 1838 - 1878

    Mit Beginn der Industrialisierung in den 1830er Jahren und verstärkt nach dem Ende des deutsch-französischen Kriegs von 1871 zieht ein gewaltiger Strom von ländlichen Bewohnern in die Reichshauptstadt auf der Suche nach einer lebenswerten Zukunft.

    Die Not ist groß. Die Menschen leben in den Hinterhöfen der Arbeiterviertel elend auf engstem Raum.

    Um die Not zu lindern, entstehen in Deutschland bereits seit den 1840er Jahren nach englischem Vorbild stadtmissionarische Initiativen, eine davon ist das 1858 gegründete Evangelische Johannesstift.

    Das Stift hat seinen Sitz außerhalb der Stadt und die Stadtmissionare haben einen weiten Fußweg zu den sozialen Brennpunkten.

  • Unser Newsletter Mai 2020

    NL 5 2020 Giessaktion
    “Immer wieder sonntags” - Unsere AG Grün für Luise lädt zu regelmäßigen Gießaktionen. Los geht’s schon am Sonntag, den 3. Mai 2020 um 18 Uhr am Heinrich-Heine-Platz. Bitte halten Sie Ihre Gießkannen bereit (siehe auch unten).

  • Buch und Video: Vor 100 Jahren wurde die historisch gewachsene Luisenstadt geteilt

    "Kreuzberg - das andere Berlin"

    Enkemann bei Youtube

    In allerletzter Minute vor dem Erinnerungstag "100 Jahre Groß-Berlin" ist es dem Autor Jürgen Enkemann gelungen, mit Unterstützung des Vereins Möckernkiez e.V. ein Youtube-Video zu produzieren zur Vorstellung seines neuen Buch über 'Kreuzberg - das andere Berlin', das nun noch im Laufe des Mai 2020 beim Verlag für Berlin und Brandenburg erscheint.

    Das Video finden Sie unten in diesem Beitrag direkt zum Anschauen.

    Am 27. April vor 100 Jahren wurde das Groß-Berlin-Gesetz beschlossen, das am 1. Oktober 1920 in Kraft trat und neue Bezirksbildungen festlegte, so z.B. die Bildung des Bezirks Kreuzberg (zunächst noch unter anderem Namen) unter Aufteilung der historisch gewachsenen Luisenstadt auf Mitte und Kreuzberg.

    Das Buch enthält neben vielen Texten und Bildern über die alternative Kreuzberger Szene auch einen Beitrag über den Bürgerverein Luisenstadt mit zwei Fotos von Michael Hughes über die Gründungsversammlung.

  • Historische Fußtour No 5: Rund um den Mariannenplatz

    Tour 5 Karte

    > Stadtplan-Skizze der Fußtour in der Großansicht


    Leseprobe

    Historische Fußtour No 5: Rund um den Mariannenplatz

    Von Frank Eberhardt *)

    Text und Illustration: Auszug aus unserem Nachdruck des Buches "Die Luisenstadt - Geschichte und Geschichten über einen alten Berliner Stadtteil". Seite 250 - 255. Abbildungen in Schwarz-Weiß ebenfalls dem Buch entnommen.
    Tourbeschreibung verfasst 1994/1995 - vergleichen Sie bei Ihrem Spaziergang doch mal gestern und heute.


    *) Diese Tour aus unserem Luisenstadt-Buch verfasste Dr. Frank Eberhardt, 1. Gründungs-Vorstand unseres Vereins im Jahr 1991 (hier im Interview)

  • Geschichte wiederholt sich: Die "Moritzplatz-Krawalle" - Berliner Mieterprotest 1863


    Hans Baluschek Arbeiterstadt

    Essay von Kurt Wernicke

    Aus "Die Luisenstadt - Geschichte und Geschichten über einen alten Berliner Stadtteil"

    Erschienen erstmals 1995, Reprint 2017

    Original-Text, alte Rechtschreibung:


    In der Mitte der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts erlaubte die Lage auf dem Wohnungsmarkt den Hausbesitzern und Vermietern in Berlin, unverschämte Mietkontrakte zu verlangen. Unverhüllt wurden Anlässe für Exmittierung vor Ablauf des Mietverhältnisses geschaffen, um dafür willfähigere und zahlungskräftigere Mieter einziehen zu lassen.

  • Historische Fußtour No 4: Kreuzberg einmal anders - Teil II

    Fusztour 3 Karte


    > Stadtplan-Skizze der Fußtour in der Großansicht


    Leseprobe

    Kreuzberg einmal anders - Impressionen links und rechts des Landwehrkanals / Teil 2

    Von Frank Eberhardt *)

    Text und Illustration: Auszug aus unserem Nachdruck des Buches "Die Luisenstadt - Geschichte und Geschichten über einen alten Berliner Stadtteil". Seite 280 - 285. Abbildungen in Schwarz-Weiß ebenfalls dem Buch entnommen.
    Tourbeschreibung verfasst 1994/1995 - vergleichen Sie bei Ihrem Spaziergang doch mal gestern und heute.


    *) Diese Tour aus unserem Luisenstadt-Buch verfasste Dr. Frank Eberhardt, 1. Gründungs-Vorstand im Jahr 1991 (hier im Interview)

    Den zweiten Teil der Tour kann man mit einem "Dampfer" fortsetzen, an der Haltestelle Kottbusser Brücke einsteigen und nach 30 Minuten am Gröbenufer oder an einer anderen Haltestelle wieder absteigen: Schöne Häuserfassaden sind an beiden Seiten des Kanals zu bewundern, eine Schleuse zu passieren.

  • Historische Fußtour No 3: Kreuzberg einmal anders - Teil I

    Impressionen links und rechts des Landwehrkanals / Teil I

    Fusztour 3 Karte


    > Stadtplan-Skizze der Fußtour in der Großansicht


    Leseprobe

    Kreuzberg einmal anders - Impressionen links und rechts des Landwehrkanals / Teil I

    Von Stefan Löffler

    Text und Illustration: Auszug aus unserem Nachdruck des Buches "Die Luisenstadt - Geschichte und Geschichten über einen alten Berliner Stadtteil". Seite 274 - 279. Abbildungen in Schwarz-Weiß ebenfalls dem Buch entnommen.
    Tourbeschreibung verfasst 1994/1995 - vergleichen Sie bei Ihrem Spaziergang doch mal gestern und heute.


    Der erste Teil der Tour beginnt am Mehringplatz (erreichbar mit den U-Bahnlinien 1 und 6) und endet an der Kottbusser Brücke. Sie führt durch eine Gegend in Kreuzberg, die dem landläufigen Klischee über diesen Stadtbezirk scheinbar widerspricht.

  • Historische Fußtour No 2: Vom Urbanhafen zur Schillingbrücke

    Fußtour 2 Karte


    > Stadtplan-Skizze der Fußtour in der Großansicht


    Leseprobe

    Vom Urbanhafen zur Schillingbrücke

    Von Stefan Löffler

    Diese Tour folgt dem Zug des ehemaligen Luisenstädtischen Kanals vom Landwehrkanal zur Spree. Sie führt mitten durch die Luisenstadt und vermittelt Eindrücke aus Geschichte und Gegenwart dieses Gebiets, das heute zu Kreuzberg und Mitte gehört.

  • Historische Fußtour No 1: Spuren der Luisenstadt

    Fußtour 1 - Karte Skizze


    > Stadtplan-Skizze der Fußtour in der Großansicht


    Leseprobe

    Spuren der Luisenstadt

    Von Stefan Löffler

    Diese erste Tour unseres Buches durchquert jenen Teil der Luisenstadt, der infolge des Zweiten Weltkrieges seinen Charakter völlig verändert hat. Wo heute ruhige begrünte Wohnviertel liegen, fanden sich vor 300 Jahren Gehöfte und Gärten, stand vor 100 Jahren ein typischer Berliner Kiez mit prächtigen Fassaden und tristen Hinterhäusern, Gewerbehöfen, Kaufhäusern, Theatern, Kneipen und anderen Vergnügungsstätten. Der Spaziergang von ca. 2 Stunden führt zu jenen Spuren, die Krieg und Neubau überdauert haben und uns heute noch einiges aus der Geschichte der alten Luisenstadt verraten.

  • Mi 11·Dez Autorenlesung mit Dieter Hoffmann-Axthelm: Die Köpenicker Straße

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    Lesung Axthelm

    "Lebensadern der Luisenstadt - Preußen am Schlesischen Tor"

    Die Geschichte der Köpenicker Straße (1589 - 1989)

    Am Beispiel der Köpenicker Straße eröffnet sich ein wirtschaftliches, gesellschaftliches und kulturelles Panorama Preußens.
    Lebendig, emotional und überraschend beschreibt der Autor, was Unternehmer, Ackerbürger und Fabrikanten aus dem staubigen Feldweg entlang der Spree machten, wie mit dem Regierungsantritt von Friedrich II 1740 die rasante Entwicklung Preußens begann und von da an auch das Bild der Köpenicker Straße prägte:

    Holzhandel, Textilindustrie, Militär, bürgerliche Selbstverwaltung, Sozialliberalismus, repräsentative Wohnhäuser und Gartenstrukturen – all das hat Dr. Dieter Hoffmann-Axhelm in jahrelanger Arbeit Teil für Teil zu einem komplexen Geschichtsbild zusammengefügt, das bis 1989 reicht.

  • Unsere Broschüre zur Geschichte der Eisfabrik

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    Eisfabrik Broschüre Cover

    Im September 2019 und pünktlich zum Tag des offenen Denkmals ist eine neue Broschüre unseres Bürgervereins zur Geschichte der Eisfabrik der Norddeutschen Eiswerke in der Köpenicker Straße 40-41 erschienen.

    Das Zustandekommen der Broschüre ist dem hartnäckigen Engagement unseres Mitglieds Peter Schwoch zu verdanken, der sich über Jahre unermüdlich für den Erhalt des denkmalgeschützten Ensembles eingesetzt hat.

    Gleichzeitig sammelt Peter Schwoch seit Jahren historisches Material zur Geschichte der Köpenicker Strasse und stellt so die Bedeutung  des Erhalts dieses Industriedenkmals als Symbol für die Entwicklung dieses ganzen Bezirks ab dem Ende des 19. Jahrhunderts in einen historischen Kontext.

  • Begrüßungsrede zur Einweihung des Bodendenkmals Luisenstadtkirche

    Einweihung LSK

    Fotos oben - von links: Volker Hobrack (im Hintergrund), Bürgermeister von Dassel, Herr Sellschopf und Pfarrer Boß an der neuen Gedenktafel (Bild vergößern hier)


    Am Freitag, den 16. August 2019,
    wurde in unserem Luisenstädtischen Kirchpark das erneuerte Bodendenkmal für die Luisenstadtkirche sowie eine ebenfalls erneuerte, moderne Gedenktafel eingeweiht. Vorstand Volker Hobrack hielt die Eröffnungsrede und begrüßte die zahlreichen eingeladenen Gäste sowie die Anwohner der Luisenstadt. Hier Volkers Rede im Wortlaut:


    Liebe Anwohner, liebe Mitglieder und Freunde des Bürgervereins Luisenstadt, sehr geehrte Mitarbeiter des Wohninvestors Instone Real Estate Development GmbH, Frau Brandenbusch und Herr Sellschopf, sehr geehrter Herr Stadtbezirksbürgermeister von Dassel, sehr geehrter Herr Stadtrat…. sehr geehrte Damen und Herren der bezirklichen Verwaltung insbesondere des Straßen- und Grünflächenamtes, Herr (…), lieber Pfarrer Gerhard Boß, liebe benachbarte Pfarrer der Kirchgemeinden von St. Jacobi und St. Thomas, liebe Gäste von außerhalb der Luisenstadt.

  • Sa 15·Sept 2018: Buchvorstellung - Berlin, Mitte. Eine fotografische Zeitreise

    Dieter Kramer

    Berlin, Mitte. Dieter Kramer nimmt uns mit auf eine fotografische Zeitreise vom Halleschen Tor bis zum Spreebogen.

    Kramer dokumentiert den Wandel der Berliner Stadtmitte.

    Er stellt dabei seinen frühen Aufnahmen der 1970er Jahre eine Reihe historischer Abbildungen voran und gegenüber und konfrontiert diese mit den aktuellen Zuständen der interessantesten Orte in der Stadtmitte.

    Bild: Dieter Kramer vor dem "Stadtmodell"

  • Wiederaufgelegt: "Die Luisenstadt - Geschichte und Geschichten über einen alten Berliner Stadtteil"

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    Im Oktober 2017 hat unser Bürgerverein Luisenstadt dieses lange vergriffene, beliebte "Geschichtenbuch" der Luisenstadt wieder herausgegeben. Versehen mit einer neuen Umschlagbroschur können Sie diese einmalige "Bibel" unseres Stadtteils aus dem Jahr 1995 nun wieder erwerben.

    Cover Luisenstadt Buch 2017


    Lesen Sie hier auch heute noch interessante Auszüge aus dem Buch in unserer neuen Serie "Historische Fußtouren in der Luisenstadt aus den 90er Jahren"


    Die folgende Rezension von Andreas Lohse fanden wir in der "Drucksache - Magazin der Erneuerungskommission Kottbusser Tor" Nr. 5/6 vom 2.6.1995. Viele Ausgaben der legendären "Drucksache" sind als PDF online zugänglich im Digitalen Archiv des FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museums:

    Ein neues Buch will "über die gemeinsame Geschichte eine Bindung zwischen den Bürgern dieses Stadtteils erreichen, das Heimatgefühl stärken und helfen, Widersprüche aufzuheben", wünscht sich der Redakteur Frank Eberhardt in seinem Vorwort - nichtssagende Schlagworte, derer es überhaupt nicht bedurft hätte.

  • Viele Jahre vergriffen, nun ist es wieder da, das Geschichtenbuch "Die Luisenstadt"

    27 ausgewählte Seiten zum Reinschnuppern:

    Klicken Sie auf "Fullscreen [  ]" für eine lesbare Ansicht. - Den ganzen Artikel lesen


    300 Seiten Geschichte und Geschichten über einen alten Berliner Stadtteil
    Wir haben diese seit vielen Jahren vergriffene, wunderbare kleine "Bibel" der Luisenstadt aus dem Jahr 1995 wiederaufgelegt.


    Am liebsten ist es uns, wenn Sie das Buch direkt bei uns, beim Büro des Bürgervereins bestellen.
    Einfach eine E-Mail ins Büro schicken. Abholung in unserem Büro nach Absprache oder die Zusendung erfolgt per Post.


  • Broschüre "Der Historische Pfad im Heinrich-Heine-Viertel"

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    Historischer Pfad Leseprobe Collage


  • Diese unsere Broschüre "Historischer Pfad Heinrich-Heine-Viertel"liegt nun fertig gedruckt zum Mitnehmen vor! Schutzgebühr 5 Euro, bei Zusendung plus Porto. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Auf Initiative der Wohnungsbaugenossenschaft BEROLINA hat sich 2015 die AG Historischer Pfad zusammengefunden, bestehend aus Teilen der AG Geschichte des Bürgervereins und den Künstlerinnen von transferNet | „Virtuelle Mauer ZeitLabor“ im Heinrich-Heine-Viertel (2014).

  • Foto-Galerie: Die Heinrich-Heine-Siedlung im Aufbau der 60er Jahre

    Bilderschau Heinrich Heine 1960er Collage

    Die ersten Jahre - die Heinrich-Heine-Siedlung entsteht

    Frau Ingeborg Bunke aus der Annenstraße stellte uns freundlicherweise diese seltenen Bilder zur Verfügung. Zeigen die mehr als 50 Jahre alten Bilder die geteilte Luisenstadt nun vor oder hinter der Grenze? Eine Frage des Betrachter-Standortes. Sie zeigen die Jahre kurz nach dem Aufbau der Heinrich-Heine-Siedlung auf dem Gebiet der völlig vom Krieg zerstörten Luisenstadt und die ersten Tagen, nachdem dort Bewohner und das Leben dort einzog. Ein absoluter Kontrast sind diese Bildmotive zur Luisenstadt auf der anderen Seite der Mauer, wo Kreuzberg SO 36 der Gefahr des völligen Abbruchs entgegen dümpelte.

    Foto-Galerie anschauen: Heinrich-Heine-Siedlung - 60er Jahre

    Vergrößern durch Klick auf die Bilder in der Bilderschau.

    Fotos: Privatarchiv Bunke / Bürgerverein

  • Mitglieder vorgestellt: Hans-Ulrich Fluß

    Ulli Fluss Buergerfest 2013

    Unser langjähriges, aktives Mitglied kennen die Besucher unserer Sommerfeste sehr gut - siehe Bild oben. Charmant, witzig und als lebendiges Geschichtsbuch weiß Hans-Ulrich auch auf seinen regelmäßigen Führungen durch die Luisenstadt zu begeistern.

    In dieser ARD-Fernsehreportage "Bilderbuch Kreuzberg" aus dem Jahr 2007 hat Hans-Ulrich Fluß etwa ab Minute 9 seinen Auftritt und begrüßt die Zuschauer in seinen privaten Gemächern - ein historisches Ambiente auf Großvaters Zeiten im Kuchen-Kaiser-Haus am Oranienplatz...

  • Interaktiver Stadtplan: Leben in der geteilten Luisenstadt

    DIE LUISENSTADT. Der alte Berliner Stadtteil mit Geschichte, der nicht im Stadtplan zu finden ist. Immer noch geteilt: zwischen den Bezirken Mitte und Kreuzberg-Friedrichshain. - Stand: Oktober 2019. © Publisher: Ralph Bauer

    Überarbeitet und ergänzt. Bitte verwenden Sie die +/- Zoomtasten und die Taste oben links zum Einblenden der Detail-Ebenen.

  • Mitglieder vorgestellt: Wieland Giebel

    Wieland Giebel Berliner Zeitung April 2016

    Leider zu selten ergeben sich die Gelegenheiten zu einem gemeinschaftlichen Treffen aller Mitglieder unseres Bürgervereins. Gestern, am 15. April 2016 war wieder einer dieser seltenen Tage. Wir feierten mit Ihnen und Freunden des Vereins unseren 25. Geburtstag im Café am Engelbecken. Und an diesem Nachmittag etwas länger blieb, hatte Gelegenheit auch ein Gespräch mit Wieland Giebel zu führen.

  • Buch zur Luisenstadt: Preußen am Schlesischen Tor - Die Geschichte der Köpenicker Straße 1589-1989

    Axthelm Buch Cover 530
    Bereits im Februar diesen Jahres anlässlich unserer Jahresversammlung vernahmen Mitglieder und Freunde unseres Bürgervereins einen historischen Streifzug durch die wohl wichtigste Straße der Luisenstadt - der Köpenicker Straße vorgetragen vom Historiker und Autor: Dieter Hoffmann-Axthelm hat nun sein über 3 Pfund schweres Geschichtswerk mit mehr als 500 Seiten und 300 Abbildungen veröffentlicht.

  • So 9·Nov 2014: Ballonpaten des Bürgervereins für die Lichtgrenze

    Der Bürgerverein Luisenstadt beteiligt sich mit 20 "Ballonpaten" an der stadtweiten Aktion zur Erinnerung an den Mauerfall vor 25 Jahren. Vielen Dank allen Helfern, die sich gemeldet haben.

    Ein Video der Veranstalter zeigt schon mal sehr realistisch und eindrucksvoll, wie die Mauer aus Licht entschweben soll:

    Ein weiteres Video vergleicht in Splitscreen-Technik die Situation direkt an der Grenze vor 1989 mit dem heutigen Stadtbild:

  • Buchvorstellung der Reihe STADT LAND BUCH

    Foto: Siebrand Rehberg, Plakat: Ellen Röhner
    "Stillstand und Bewegung. Menschen in Kreuzberg. Fotografien aus den 70ern und 80ern" am Donnerstag, 29. November 2012 um 20 Uhr im Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg, Adalbertstr. 95a, Dachetage.
    Eindrucksvolle Momentaufnahmen aus einem Berliner Bezirk, der damals weder Mythos noch Szene war. Hinter den Bildern liegen Geschichten von Orten, Menschen und Situationen.

  • Das Standardwerk zum 'Der Luisenstädtische Kanal' von Klaus Duntze

    umfassendes Standardwerk zum Luisenstädtischen Kanal


    Mit Herzblut geschrieben - das  Referenzbuch über das Herz der Luisenstadt ist wieder erhältlich!

    Erschaffen durch Meisterleistungen bei Planung und Bau, dann zugeschüttet als Sperrgebiet und Todesstreifen während der Zeit der Teilung, heute teilend und verbindend zugleich in den Kontroversen über die zukünftige Nutzung.

    Jahrelange Recherche und fundierte Kenntnisse der Autoren, historisches Kartenmaterial und eine Vielzahl, zum Teil wenig bekannter Bilder machen dieses Buch zu einem umfassenden Standardwerk.


    Neu in dieser Auflage:
    LEBEN AM ENGELBECKEN · Der Bürgerverein Luisenstadt e.V. · Die Luisenstadt von 2010 bis 2020 · Das Café am Engelbecken · Als Hausbesetzerin vom Görli zum Tauthaus am Engelbecken · Das Taut-Haus am Engelbecken · Das Orania Berlin am Luisenstädtischen Kanal · Der Beginenhof - Ein modernes Frauenwohnprojekt im historischen Umfeld · Engelbecken - Der schönste Platz in Berlin

    Sehen und hören Sie auch diese Online Lesung im Video:
    "Als Hausbesetzerin vom Görli zum Tauthaus am Engelbecken" von Käthe Kruse.

    Es ist unter diesem Titel wie erwähnt Käthes Beitrag in der neuen, erweiterten Ausgabe des Buches.


  • Der Luisenstädtische Kanal

    Der Luisenstädtische Kanal wurde seit 1845 gebaut. Er wurde in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme angelegt und 1852 eingeweiht. Der Kanal erfüllte damals zwei Funktionen: erstens entwässerte er das durch Spreehochwasser bedrohte Umfeld und zweitens diente er als Transportweg für den neu entstehenden Stadtteil. Die Redensart „Berlin ist aus dem Kahn gebaut“ trifft hier wirklich exemplarisch zu. Mit den so genannten „Kaffenkähnen“ schaffte man alles Baumaterial heran, vom Mauerstein bis zu Sand und Kalk für Mörtel, vom Deckenbalken bis zur Schüttung vom Pflasterstein bis zum Kantstein. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war die Bebauung seines Einzugsgebietes jedoch abgeschlossen. Und immer mehr erwies sich das brackige Kanalwasser als übel riechendes Ärgernis.

    Also verfüllte man ihn, teils mit dem Schutt der neuen U-Bahnlinie, und der reformbewegte Gartenplaner Erwin Barth erhielt schließlich den Auftrag zur Umgestaltung in eine Gartenanlage. 1929 war die Einweihung. Der extrem dicht besiedelte Stadtteil hatte eine Oase, Kinder geschützte Spiel- und Freiräume und Erwachsene ihre Orte der Erholung.

    Natürlich blieb diese Idylle vom Zweiten Weltkrieg nicht verschont, doch der schlimmste Schaden entstand ihr 1961 durch die Teilung der Stadt. Wo der Kanalzug die Bezirksgrenze zwischen Kreuzberg und Mitte markierte, errichtete die DDR die Mauer; man verfüllte und planierte ihn und schnitt auch hier Luisenstadt entzwei. Krasser konnte der Funktionsverlust nicht ausfallen: vom Verkehrsweg zum Sperrgebiet, vom Erholungsgebiet zur Wüste.

    Auf Kreuzberger Seite war der Kanalzug noch sichtbar, führte allerdings ein (Mauer-) Schattendasein. Bezirk und IBA taten in den 1980er Jahren das Mögliche um ihn behutsam zu sanieren oder ihm eine Kur zu verpassen, die dem Zeitgeist entsprach. Die markanteste Umgestaltung geschah an seinem südlichen Ende.

    Nach dem Fall der Mauer taten sich jedoch ganz neue Perspektiven auf. 1991, in einer „Hauruck-Aktion“ wie sie nur in Zeiten des Umbruchs passieren kann, pflanzten Bezirk und Umweltsenat die Lindenreihen entlang des Bethanien-, Engel-, Leuschner- und Legiendammes. Danach war die andere Option, nämlich Ausbau zur großen Ost-West-Autotrasse, aus der Welt geschafft.

    In Sondierungsgrabungen mit der Gartendenkmalpflege entdeckte man einen Großteil der Kaimauern, aber auch große Teile von Treppen-, Brunnen und Beckenanlagen. Es folgte die mutige Entscheidung für eine Rekonstruktion des Rosengartens und des Immergrünen Gartens, dann des Waldpflanzengartens und des Engelbeckens. Weiteres erfahren Sie in den folgenden Abschnitten oder noch besser - bei einem Spaziergang durch den Ehemaligen Luisenstädtischen Kanal.


    luisenstaedtischer-kanal-cover

    Siehe auch "DAS Standardwerk zum 'Der Luisenstädtische Kanal' von Klaus Duntze"


     

  • Über die Luisenstadt

    Die Luisenstadt ist einer der wenigen alten und zentralen Stadtteile Berlins mit einem großen Anteil an klassizistischer Bausubstanz. Der einstige Vorort erhielt 1802 Stadtrecht, doch schon 1920 wurde die Luisenstadt zwischen den neu geschaffenen Bezirken Mitte und Kreuzberg aufgeteilt. Dem regen Gemeinwesen und florierende Gewerbe tat das keinen Abbruch (siehe „Die sieben Leben der Luisenstadt“).