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Wann wieder ins Märkische Museum?


BVL: Das wäre auch eine schöne Verbindung zwischen Moderne und Tradition. Eigentlich wollte ich noch fragen, wann wir wieder ins Märkische Museum gehen können. In einigen Berliner Museen gibt bzw. gab es ja die Möglichkeit mit Zeitfenstertickets und negativem Corona-Test. Aber nun ist heute die Bundesnotbremse zu Corona verabschiedet worden, und sehr wahrscheinlich müssen wir uns noch länger gedulden.

P.S.: Ja, das Gesetz läuft ja erstmal bis Ende Juni, wir müssen bei den Inzidenzen nun fünf Tage hintereinander unter 100 bleiben, dann dürfen wir wieder eröffnen. Das ist bei den derzeitigen Zahlen noch ein langer Weg, ich denke, dass es mindesten noch einen Monat oder noch länger dauert.

Das Humboldt Forum möchten wir auch gerne eröffnen. Wir haben uns heute gezwungenermaßen entscheiden müssen für eine Eröffnung am 21. Juli. Ich habe einen früheren Termin versucht, aber das war das Maximum, was zu erreichen war. Wir sind fertig, aber es kostet ungefähr acht Wochen Vorbereitungszeit, man muss Personal bereit haben und vieles mehr. Wenn man Ende Mai/Anfang Juni weiß, ob die Inzidenzen in eine gute Richtung gehen, können wir wahrscheinlich am 21. Juli eröffnen. Wenn am 1. Juni die Zahlen nicht weit genug runter sind, dann müssen wir noch weiter verschieben.

Das Märkische Museum könnten wir im Prinzip von einem auf den anderen Tag eröffnen. Wir haben die Zeit jetzt genutzt, um einige Verbesserungen durchzuführen, auch Vorbereitungen für die Renovierung vorzunehmen. Es fanden Probebohrungen statt, um zu untersuchen, was zwischen den Decken und den Böden ist, welche Baumaterialien benutzt wurden und in welchem Zustand sie sind. Das ist eine wichtige Vorbereitungsmaßname, für die wir die Corona bedingte Schließung genutzt haben. Die Bohrungen sind fertig und wir möchten natürlich so schnell wie möglich wieder eröffnen.

BVL: Bohrungen ist ein gutes Stichwort, du kennst bestimmt das deutsche Sprichwort, da muss man dicke Bretter bohren. Um den Bogen zur ALLIANZ FÜR DIE WAISENBRÜCKE zu schlagen, wenn viele an einem Brett bohren, dann besteht Hoffnung, dass es schneller geht.

P.S.: Nur mit Optimismus und Vertrauen, dass es uns gelingt, hat es Sinn, es zu tun. Und wenn es nicht bis 2025 oder 2026 gelingt, sondern ein oder zwei Jahre später, ist es immer noch besser als gar nicht. Wir renovieren das Märkische Museum für die kommenden 100 Jahre, nicht für das Eröffnungsjahr.

BVL: Das ist eine gute Herangehensweise. Wir sind neugierig auf die Wettbewerbsergebnisse, freuen uns auf eine Wiedereröffnung des Märkischen Museums und hoffen auf die Eröffnung des Humboldt Forums im Juli. Danke für deine Zeit und das Gespräch.


Das Gespräch führte Beate Leopold (Bürgerverein Luisenstadt)


Einbringung der Röhrichtinseln

Arbeiter beim Zusammenbau der Röhrichtinseln am Fr. 13. 08. im Engelbecken. Foto: P. Falckenberg

Bürgervereien wählt neuen Vorstand

Neuer Vorstand Bürgerverein Luisenstadt e.V.: Peter Schwoch, Ralph Rönsch und Petra Falkenberg; Foto: Wieland Giebel
Am 12. August 2021 wurde ein neuer Vorstand in der St. Thomas Kirche gewählt. Neuer Vorsitzender wurde Peter Schwoch, Stellvertreterin Petra Falkenberg. Neuer und alter Schatzmeister ist Ralph Rönsch. Ronald Pieper stand aus persönlichen Grunden nicht mehr für eine Vorstandstätigkeit zur Verfügung. Wir wünschen dem neuen Vorstand alles Gute!
Lesen Sie hier auch den Tätigkeitsbericht (PDF)

Es ist ein beglückendes Gefühl, Bücher machen zu können …

Gespräch mit Wieland Giebel, Leiter des Berlin Story Verlags, am 23.6.2021

BVL:    Unter dem Dach Berlin Story sind vielfältige Aktivitäten zur Geschichte Berlins zu finden: Seit 1997 bis 2016 Buchladen und Museum mit diversen Ausstellungen an verschiedenen Standorten Unter den Linden, seit 2014 der international bekannte Bunker mit Museum in Kreuzberg sowie der Berlin Story Verlag. Er hat seit 2015 seinen Sitz in der Luisenstadt, am Leuschnerdamm 7 mit Blick auf das Engelbecken.



In unserem Newsletter geht es um Leben und Arbeiten in der Luisenstadt, daher steht der Verlag im Mittelpunkt. Bis 2015 haben die im Verlag tätigen unter einem Dach mit den Mitarbeiter*innen des Museums und des Buchladens Unter den Linden gearbeitet. Wie kam es zum Wechsel des Verlagssitzes und warum ging er an den Leuschnerdamm?

W.G.:    Der Wechsel kam zustande, weil die Räume Unter den Linden 40 kurz vor der Kündigung standen, das Haus wurde verkauft und wir mussten raus. Zum Leuschnerdamm gingen wir, weil ich im gleichen Haus wohne und die Räume hier bereits für den Verlag vorbereitet waren. Es war alles schon verkabelt und eingerichtet, so eine Art Notbüro, weil vorauszusehen war, dass es Unter den Linden nicht weitergeht.

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Interview mit Kisch & Co

„Wir wollen hier bleiben…“ - Wie geht es weiter mit Kisch & Co. und der Oranienstraße?

Foto: Matthias Reichelt

Interview mit Thorsten Willenbrock am 21.5.2021

BVL: Vor einem Monat, am 22.4.2021, hat das Landgericht Berlin Kisch & Co zur Räumung eurer Buchhandlung in der Oranienstraße 25 verurteilt. Dagegen konnte innerhalb eines Monats Berufung eingelegt werden. Habt ihr das getan?

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Gentrifizierung in der Luisenstadt am Beispiel der Buchhandlung Kisch & Co.

Der Begriff Gentrifizierung kommt aus dem Englischen und wird seit den 1960er Jahren zur Charakterisierung von Veränderungsprozessen in städtischen Bereichen benutzt. Gegen Veränderung als solche ist erst einmal nichts einzuwenden, es kommt aber darauf an, in welche Richtung sie geht und wer letztlich davon profitiert.

Das Deutsche Institut für Urbanistik erläutert den Begriff Gentrifizierung und die damit einhergehenden Prozesse eingängig und gut nachvollziehbar: "Abgeleitet vom englischen Ausdruck "gentry" (= niederer Adel) wird .. (Gentrifizierung) zur Charakterisierung von Veränderungsprozessen in Stadtvierteln verwendet und beschreibt den Wechsel von einer statusniedrigeren zu einer statushöheren (finanzkräftigeren) Bewohnerschaft, der oft mit einer baulichen Aufwertung, Veränderungen der Eigentümerstruktur und steigenden Mietpreisen einhergeht.

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Leseprobe: "Das Taut-Haus am Engelbecken, ein Denkmal"

 

Das Taut-Haus im Jahr 2011 als Baustelle - Foto: Archiv Bürgerverein

Text: Elisabeth Masé

1927 beauftragte die Zentralverwaltung des Deutschen Verkehrsbundes den Architekten Bruno Taut mit dem Bau eines imposanten Bürogebäudes am Engeldamm/Ecke Michaelkirchplatz. Es wurde 1932 vom Architekten Max Taut, Bruno Tauts Bruder, und dem Architekten Franz Hoffmann in Form eines viergeschossigen Rechtecks mit zwei umschlossenen Innenhöfen fertiggestellt.

Bruno Taut, ein enthusiastischer Verehrer der Russischen Revolutionsarchitektur, lebte zu diesem Zeitpunkt bereits in Moskau und richtete für die dortige Stadtverwaltung ein Büro für Neubauten ein. Doch aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten und enttäuscht von der sowjetischen Architekturentwicklung kehrte er 1933 nach Berlin zurück, wo er, kaum angekommen, vor den Nationalsozialismus nach Japan fliehen musste.

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