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Digitaler Wettbewerb zum Brückentag


Das Stadtmuseum hat sich schon vor einigen Monaten entschieden, einen Wettbewerb (www.Stadtmuseum.de/waisenbruecke-berlin-alte-mitte-wieder-verbinden zu veranstalten. Den machen wir zusammen mit einer Organisation, die ein sehr populäres digitales Spiel entwickelt hat, "Cities: Skylines". Die Leute können im Internet ihre eigene Stadt bauen. Die Idee ist, an dem Ort, wo die Waisenbrücke war, unterschiedliche Vorschläge zur neuen Gestaltung entstehen zu lassen, die zwar von digitalen Nerds gemacht wird, aber auch in Zusammenarbeit mit Architekten und Stadtplanern.

Wenn man mit diesen Leuten so etwas macht, kann man erwarten, dass sehr schöne Modelle in 3D entstehen, die man drehen und von weitem sehen kann, oder in die man hineingehen oder hineinfliegen kann. Ich erwarte daher schöne Gestaltungen, Ideen, die es auch möglich machen, dass man sich etwas erzählt auf dieser Brücke, dass es nicht nur eine Brücke ist als Infrastruktur, sondern auch als historischer Erzählungsmoment.

Und es ist auch gleich eine Plattform der öffentlichen Verteilung. Über die Weiterleitung an die Presse oder andere Medien, die auch mit Internet arbeiten, kann es eine größere Bekanntheit bekommen. Wir haben eine digitale Plattform gesucht und gefunden und freuen uns, dass alles klappt und wir Unterstützung und Entwürfe bekommen, ohne dass weitere Kosten entstehen. Das ist ein kreatives Projekt von leidenschaftlichen Personen, die digitale Welt- und Stadtentwicklung zusammenbringen. Es ist eine Alternative für eine Veranstaltung, die momentan nicht stattfinden darf.

Am Brückentag findet um 16.00 Uhr die Preisverleihung statt - im Vorfeld tagt eine hochkarätige Jury und entscheidet, welcher Entwurf gewinnt. Ich hoffe, dass viele Menschen digital dabei sind, auch die Presse die Resultate gut aufnimmt und es eine breite Berichterstattung darüber geben wird.

BVL: Wenn ich eure Pressemitteilung richtig verstanden habe, kann dabei nur mitmachen, wer eine Version dieses Spiels "Cities: Skylines" besitzt. Ist der Adressatenkreis dadurch nicht recht eingeschränkt?

P.S.: Der Mitmacherkreis, ja, der ist eingeschränkt. Wir werden natürlich dafür sorgen, dass die Gewinner auch in anderen Medien veröffentlicht werden. Aber wir finden es auch wichtig, in der Aufstellung einer breiten Interessengruppe die digitale Welt mit einzubeziehen. Das ist eine große internationale Community, in Berlin sind es auch viele Interessierte.

Es ist keine Alternative für eine wirkliche Begegnung, die ich zur jetzigen Zeit absolut nicht wünsche. Es ist ein Experiment, eine neue Entwicklung auch für ein Stadtmuseum. Es ist interessant, mit dieser Gruppe arbeiten zu können. Wir erwarten, dass es danach weiter geht, denn wir haben als Stadtmuseum öfter mit Stadtentwicklungsaspekten zu tun. Es ist eher eine gezielte Aktion, um eine neue Zielgruppe anzusprechen und um schöne Resultate zeigen zu können.

Wir möchten trotzdem später diesen Brückentag mit einer Feier und vielen Aktionen organisieren. Vielleicht nächstes Jahr, oder wenn es zwischendurch geht. Aber Corona hat es uns jetzt unmöglich gemacht.

 

Einbringung der Röhrichtinseln

Arbeiter beim Zusammenbau der Röhrichtinseln am Fr. 13. 08. im Engelbecken. Foto: P. Falckenberg

Bürgervereien wählt neuen Vorstand

Neuer Vorstand Bürgerverein Luisenstadt e.V.: Peter Schwoch, Ralph Rönsch und Petra Falkenberg; Foto: Wieland Giebel
Am 12. August 2021 wurde ein neuer Vorstand in der St. Thomas Kirche gewählt. Neuer Vorsitzender wurde Peter Schwoch, Stellvertreterin Petra Falkenberg. Neuer und alter Schatzmeister ist Ralph Rönsch. Ronald Pieper stand aus persönlichen Grunden nicht mehr für eine Vorstandstätigkeit zur Verfügung. Wir wünschen dem neuen Vorstand alles Gute!
Lesen Sie hier auch den Tätigkeitsbericht (PDF)

Es ist ein beglückendes Gefühl, Bücher machen zu können …

Gespräch mit Wieland Giebel, Leiter des Berlin Story Verlags, am 23.6.2021

BVL:    Unter dem Dach Berlin Story sind vielfältige Aktivitäten zur Geschichte Berlins zu finden: Seit 1997 bis 2016 Buchladen und Museum mit diversen Ausstellungen an verschiedenen Standorten Unter den Linden, seit 2014 der international bekannte Bunker mit Museum in Kreuzberg sowie der Berlin Story Verlag. Er hat seit 2015 seinen Sitz in der Luisenstadt, am Leuschnerdamm 7 mit Blick auf das Engelbecken.



In unserem Newsletter geht es um Leben und Arbeiten in der Luisenstadt, daher steht der Verlag im Mittelpunkt. Bis 2015 haben die im Verlag tätigen unter einem Dach mit den Mitarbeiter*innen des Museums und des Buchladens Unter den Linden gearbeitet. Wie kam es zum Wechsel des Verlagssitzes und warum ging er an den Leuschnerdamm?

W.G.:    Der Wechsel kam zustande, weil die Räume Unter den Linden 40 kurz vor der Kündigung standen, das Haus wurde verkauft und wir mussten raus. Zum Leuschnerdamm gingen wir, weil ich im gleichen Haus wohne und die Räume hier bereits für den Verlag vorbereitet waren. Es war alles schon verkabelt und eingerichtet, so eine Art Notbüro, weil vorauszusehen war, dass es Unter den Linden nicht weitergeht.

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Interview mit Kisch & Co

„Wir wollen hier bleiben…“ - Wie geht es weiter mit Kisch & Co. und der Oranienstraße?

Foto: Matthias Reichelt

Interview mit Thorsten Willenbrock am 21.5.2021

BVL: Vor einem Monat, am 22.4.2021, hat das Landgericht Berlin Kisch & Co zur Räumung eurer Buchhandlung in der Oranienstraße 25 verurteilt. Dagegen konnte innerhalb eines Monats Berufung eingelegt werden. Habt ihr das getan?

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Gentrifizierung in der Luisenstadt am Beispiel der Buchhandlung Kisch & Co.

Der Begriff Gentrifizierung kommt aus dem Englischen und wird seit den 1960er Jahren zur Charakterisierung von Veränderungsprozessen in städtischen Bereichen benutzt. Gegen Veränderung als solche ist erst einmal nichts einzuwenden, es kommt aber darauf an, in welche Richtung sie geht und wer letztlich davon profitiert.

Das Deutsche Institut für Urbanistik erläutert den Begriff Gentrifizierung und die damit einhergehenden Prozesse eingängig und gut nachvollziehbar: "Abgeleitet vom englischen Ausdruck "gentry" (= niederer Adel) wird .. (Gentrifizierung) zur Charakterisierung von Veränderungsprozessen in Stadtvierteln verwendet und beschreibt den Wechsel von einer statusniedrigeren zu einer statushöheren (finanzkräftigeren) Bewohnerschaft, der oft mit einer baulichen Aufwertung, Veränderungen der Eigentümerstruktur und steigenden Mietpreisen einhergeht.

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Leseprobe: "Das Taut-Haus am Engelbecken, ein Denkmal"

 

Das Taut-Haus im Jahr 2011 als Baustelle - Foto: Archiv Bürgerverein

Text: Elisabeth Masé

1927 beauftragte die Zentralverwaltung des Deutschen Verkehrsbundes den Architekten Bruno Taut mit dem Bau eines imposanten Bürogebäudes am Engeldamm/Ecke Michaelkirchplatz. Es wurde 1932 vom Architekten Max Taut, Bruno Tauts Bruder, und dem Architekten Franz Hoffmann in Form eines viergeschossigen Rechtecks mit zwei umschlossenen Innenhöfen fertiggestellt.

Bruno Taut, ein enthusiastischer Verehrer der Russischen Revolutionsarchitektur, lebte zu diesem Zeitpunkt bereits in Moskau und richtete für die dortige Stadtverwaltung ein Büro für Neubauten ein. Doch aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten und enttäuscht von der sowjetischen Architekturentwicklung kehrte er 1933 nach Berlin zurück, wo er, kaum angekommen, vor den Nationalsozialismus nach Japan fliehen musste.

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