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Mit dem Brückentag den Brückenneubau vorantreiben


BVL: Ich glaube nicht, dass sich die Leute beschweren, wenn dort mehr Leben ist. Es kommt darauf an, wie man die Anwohner*innen einbindet und ihre Anliegen ernst nimmt. Eine wichtige Aktion zum Vorantreiben des Brückenneubaus ist der für den 14. Mai 2021 vorgesehene "Brücketag". Erhoffst du dir davon auch eine breitere Unterstützung des Vorhabens?

P.S.: Wir dachten, dass Corona nicht mehr so schlimm ist. Was ich mir vorgestellt hatte, dass man eine bunte Truppe entlang der Spree organisieren könnte, wir mit viel Spaß einen Tag lang versuchen, von der anderen Seite der Spree herüberzukommen mit allerlei Aktionen, mit Booten, mit Fahrrädern im Wasser, auf Seilen die Spree überqueren, also etwas Lustiges, um klar zu machen, dass wir dort rüber wollen. Ein Tag voller witziger und humorvoller Veranstaltungen, um ein großes Publikum zu interessieren für dieses Thema.

Auch die Presse einzuladen, vielleicht mit Professionellen zu arbeiten, die zu tun haben mit Akrobatik oder mit Maschinerien. Und natürlich auch mit Jugendlichen, die einen Wettbewerb machen. Also ein großes Fest, unterstützt vom Historischen Hafen. Und dass man vielleicht am Ende des Tages die Spree dort überqueren kann, weil die Schiffe sich in einer Kette verbunden haben mit zwischenzeitlichen Bohlen und man leicht von einer Seite auf die andere kommt. Um einen Eindruck zu vermitteln, wie es sein wird, die Spree dort zu überqueren.

Aber das geht nun nicht, wir dürfen keine Veranstaltungen machen, das Risiko ist zu groß. Wir können in der jetzigen Situation auch keine großen Vorbereitungen treffen, weil wir nicht wissen, was stattfinden kann, es gibt strenge Vorgaben für Veranstaltungen. Wir müssen daher sehr gut überlegen, was man an dem Tag machen kann und sollte. Der Historische Hafen wird etwas machen. Wir verschieben unsere Ideen auf später, wenn es wieder möglich ist und machen dafür etwas digital Wunderbares an dem Tag.

Es war auch ein Wortspiel, am Brückentag zwischen Himmelfahrt und Wochenende einen "Brücketag" zu veranstalten. Damit können wir auch nächstes Jahr oder die kommenden Jahre mit weiter machen, bis die Entscheidung gefallen ist. Ich stelle mir vor, dass wir jetzt etwas mit Bildern machen, mit Fotografien, mit dem Internet, was man später noch benutzen kann. Also wenn etwas passiert, müssen wir es gut dokumentieren.

 

Einbringung der Röhrichtinseln

Arbeiter beim Zusammenbau der Röhrichtinseln am Fr. 13. 08. im Engelbecken. Foto: P. Falckenberg

Bürgervereien wählt neuen Vorstand

Neuer Vorstand Bürgerverein Luisenstadt e.V.: Peter Schwoch, Ralph Rönsch und Petra Falkenberg; Foto: Wieland Giebel
Am 12. August 2021 wurde ein neuer Vorstand in der St. Thomas Kirche gewählt. Neuer Vorsitzender wurde Peter Schwoch, Stellvertreterin Petra Falkenberg. Neuer und alter Schatzmeister ist Ralph Rönsch. Ronald Pieper stand aus persönlichen Grunden nicht mehr für eine Vorstandstätigkeit zur Verfügung. Wir wünschen dem neuen Vorstand alles Gute!
Lesen Sie hier auch den Tätigkeitsbericht (PDF)

Es ist ein beglückendes Gefühl, Bücher machen zu können …

Gespräch mit Wieland Giebel, Leiter des Berlin Story Verlags, am 23.6.2021

BVL:    Unter dem Dach Berlin Story sind vielfältige Aktivitäten zur Geschichte Berlins zu finden: Seit 1997 bis 2016 Buchladen und Museum mit diversen Ausstellungen an verschiedenen Standorten Unter den Linden, seit 2014 der international bekannte Bunker mit Museum in Kreuzberg sowie der Berlin Story Verlag. Er hat seit 2015 seinen Sitz in der Luisenstadt, am Leuschnerdamm 7 mit Blick auf das Engelbecken.



In unserem Newsletter geht es um Leben und Arbeiten in der Luisenstadt, daher steht der Verlag im Mittelpunkt. Bis 2015 haben die im Verlag tätigen unter einem Dach mit den Mitarbeiter*innen des Museums und des Buchladens Unter den Linden gearbeitet. Wie kam es zum Wechsel des Verlagssitzes und warum ging er an den Leuschnerdamm?

W.G.:    Der Wechsel kam zustande, weil die Räume Unter den Linden 40 kurz vor der Kündigung standen, das Haus wurde verkauft und wir mussten raus. Zum Leuschnerdamm gingen wir, weil ich im gleichen Haus wohne und die Räume hier bereits für den Verlag vorbereitet waren. Es war alles schon verkabelt und eingerichtet, so eine Art Notbüro, weil vorauszusehen war, dass es Unter den Linden nicht weitergeht.

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Interview mit Kisch & Co

„Wir wollen hier bleiben…“ - Wie geht es weiter mit Kisch & Co. und der Oranienstraße?

Foto: Matthias Reichelt

Interview mit Thorsten Willenbrock am 21.5.2021

BVL: Vor einem Monat, am 22.4.2021, hat das Landgericht Berlin Kisch & Co zur Räumung eurer Buchhandlung in der Oranienstraße 25 verurteilt. Dagegen konnte innerhalb eines Monats Berufung eingelegt werden. Habt ihr das getan?

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Gentrifizierung in der Luisenstadt am Beispiel der Buchhandlung Kisch & Co.

Der Begriff Gentrifizierung kommt aus dem Englischen und wird seit den 1960er Jahren zur Charakterisierung von Veränderungsprozessen in städtischen Bereichen benutzt. Gegen Veränderung als solche ist erst einmal nichts einzuwenden, es kommt aber darauf an, in welche Richtung sie geht und wer letztlich davon profitiert.

Das Deutsche Institut für Urbanistik erläutert den Begriff Gentrifizierung und die damit einhergehenden Prozesse eingängig und gut nachvollziehbar: "Abgeleitet vom englischen Ausdruck "gentry" (= niederer Adel) wird .. (Gentrifizierung) zur Charakterisierung von Veränderungsprozessen in Stadtvierteln verwendet und beschreibt den Wechsel von einer statusniedrigeren zu einer statushöheren (finanzkräftigeren) Bewohnerschaft, der oft mit einer baulichen Aufwertung, Veränderungen der Eigentümerstruktur und steigenden Mietpreisen einhergeht.

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Leseprobe: "Das Taut-Haus am Engelbecken, ein Denkmal"

 

Das Taut-Haus im Jahr 2011 als Baustelle - Foto: Archiv Bürgerverein

Text: Elisabeth Masé

1927 beauftragte die Zentralverwaltung des Deutschen Verkehrsbundes den Architekten Bruno Taut mit dem Bau eines imposanten Bürogebäudes am Engeldamm/Ecke Michaelkirchplatz. Es wurde 1932 vom Architekten Max Taut, Bruno Tauts Bruder, und dem Architekten Franz Hoffmann in Form eines viergeschossigen Rechtecks mit zwei umschlossenen Innenhöfen fertiggestellt.

Bruno Taut, ein enthusiastischer Verehrer der Russischen Revolutionsarchitektur, lebte zu diesem Zeitpunkt bereits in Moskau und richtete für die dortige Stadtverwaltung ein Büro für Neubauten ein. Doch aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten und enttäuscht von der sowjetischen Architekturentwicklung kehrte er 1933 nach Berlin zurück, wo er, kaum angekommen, vor den Nationalsozialismus nach Japan fliehen musste.

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