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Paul Spies Direktor Interview 2021
Paul Spies, Direktor Stiftung Stadtmuseum Berlin
(Foto: Stadtmuseum Berlin)

Flanieren und verweilen auf der Waisenbrücke: "… einerseits pragmatisch bleiben, andererseits kreativ sein …"

Gespräch mit Paul Spies, Direktor der Stiftung Stadtmuseum Berlin, am 22. April 2021

BVL: Seit Jahren setzt sich die Stiftung Stadtmuseum Berlin aktiv und medienwirksam für einen Neubau der Waisenbrücke ein., z.B. mit der Sommerakademie 2016 und dem wunderschönen Museumsfest. Du hast Ende 2020 in der Betroffenenvertretung Luise Nord gesagt: "Ich hätte nie gedacht, dass ich mich neben der Neugestaltung des historischen Stadtmuseums … auch noch um Brücken kümmern muss und als Stadtplaner gefordert bin." Was hat dich veranlasst, es zu tun?

P.S.: Es gibt zwei Gründe. Wenn das Märkische Museum und das Marinehaus renoviert sind, will man natürlich diese sehr ruhige Gegend beleben. Es ist wunderbar dort mit dem Park, aber es wird nicht wahr genommen von Besucher*innen, von Tourist*innen, von der Stadt. Es hat viel damit zu tun, dass die Wallstraße eine tote Ecke ist. Der ganze Verkehr geht über die Jannowitzbrücke und die Heinrich-Heine-Straße und man überspringt eigentlich diesen wunderbaren Ort, das Märkische Museum, den Köllnischen Park, den Historischen Hafen.

Es braucht auch eine Anbindung entlang der Spree. Die Brücke soll, so wie sie früher war, in der Achse eine Art Tunnel sein. Also wenn man von der anderen Seite kommt, als Fahrradfahrer*in, als Fußgänger*in, dann soll man das Gefühl haben, man geht richtig auf das Märkische Museum zu. Früher ging man über diese Brücke und hatte die Perspektive, dass man auf den Turm des Märkischen Museums zuging. Dann konnte man links oder rechtsherum um dieses schöne Gebäude gehen. Das war auch ein Teil der damaligen Stadtplanung des Stadtarchitekten Hoffmann, aber dieser wunderbare Gedanke von Stadtgestaltung ist weg!

Man kommt jetzt um die Ecke entlang der Jannowitzbrücke, an der Chinesischen Botschaft entlang und dann ist das Museum auf einmal an der linken Seite. Von der Wallstraße kommend sieht man auch nichts, weil die Bäume so groß gewachsen sind, dass man erst im allerletzten Moment auf der rechten Seite dieses wunderbare Gebäude wahrnimmt.

Der Weg über die Brücke wäre die Erschließung, die Wiedergeburt eines ganzen Stadtteils und des Konzepts eines Stadtarchitekten. Das geht gut zusammen mit den Plänen für einen Spreeweg. Man kommt an dieser Brücke an, überquert sie, zu Fuß oder mit dem Fahrrad und hat viele Möglichkeiten. Weiter Richtung Süden oder zwischen Märkischen Museum und Marinehaus zur Köpenicker Straße oder durch die Wallstraße, das geht dann weiter bis zur Potsdamer Straße. Man wird daran erinnert, dass das Museum existiert, dass dort Ausstellungen sind, auch Sonderausstellungen. Also die Brücke ist ein ganz wichtiges Element im Zuge der Renovierung und zur Revitalisierung des Märkischen Museums.

Einbringung der Röhrichtinseln

Arbeiter beim Zusammenbau der Röhrichtinseln am Fr. 13. 08. im Engelbecken. Foto: P. Falckenberg

Bürgervereien wählt neuen Vorstand

Neuer Vorstand Bürgerverein Luisenstadt e.V.: Peter Schwoch, Ralph Rönsch und Petra Falkenberg; Foto: Wieland Giebel
Am 12. August 2021 wurde ein neuer Vorstand in der St. Thomas Kirche gewählt. Neuer Vorsitzender wurde Peter Schwoch, Stellvertreterin Petra Falkenberg. Neuer und alter Schatzmeister ist Ralph Rönsch. Ronald Pieper stand aus persönlichen Grunden nicht mehr für eine Vorstandstätigkeit zur Verfügung. Wir wünschen dem neuen Vorstand alles Gute!
Lesen Sie hier auch den Tätigkeitsbericht (PDF)

Es ist ein beglückendes Gefühl, Bücher machen zu können …

Gespräch mit Wieland Giebel, Leiter des Berlin Story Verlags, am 23.6.2021

BVL:    Unter dem Dach Berlin Story sind vielfältige Aktivitäten zur Geschichte Berlins zu finden: Seit 1997 bis 2016 Buchladen und Museum mit diversen Ausstellungen an verschiedenen Standorten Unter den Linden, seit 2014 der international bekannte Bunker mit Museum in Kreuzberg sowie der Berlin Story Verlag. Er hat seit 2015 seinen Sitz in der Luisenstadt, am Leuschnerdamm 7 mit Blick auf das Engelbecken.



In unserem Newsletter geht es um Leben und Arbeiten in der Luisenstadt, daher steht der Verlag im Mittelpunkt. Bis 2015 haben die im Verlag tätigen unter einem Dach mit den Mitarbeiter*innen des Museums und des Buchladens Unter den Linden gearbeitet. Wie kam es zum Wechsel des Verlagssitzes und warum ging er an den Leuschnerdamm?

W.G.:    Der Wechsel kam zustande, weil die Räume Unter den Linden 40 kurz vor der Kündigung standen, das Haus wurde verkauft und wir mussten raus. Zum Leuschnerdamm gingen wir, weil ich im gleichen Haus wohne und die Räume hier bereits für den Verlag vorbereitet waren. Es war alles schon verkabelt und eingerichtet, so eine Art Notbüro, weil vorauszusehen war, dass es Unter den Linden nicht weitergeht.

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Interview mit Kisch & Co

„Wir wollen hier bleiben…“ - Wie geht es weiter mit Kisch & Co. und der Oranienstraße?

Foto: Matthias Reichelt

Interview mit Thorsten Willenbrock am 21.5.2021

BVL: Vor einem Monat, am 22.4.2021, hat das Landgericht Berlin Kisch & Co zur Räumung eurer Buchhandlung in der Oranienstraße 25 verurteilt. Dagegen konnte innerhalb eines Monats Berufung eingelegt werden. Habt ihr das getan?

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Gentrifizierung in der Luisenstadt am Beispiel der Buchhandlung Kisch & Co.

Der Begriff Gentrifizierung kommt aus dem Englischen und wird seit den 1960er Jahren zur Charakterisierung von Veränderungsprozessen in städtischen Bereichen benutzt. Gegen Veränderung als solche ist erst einmal nichts einzuwenden, es kommt aber darauf an, in welche Richtung sie geht und wer letztlich davon profitiert.

Das Deutsche Institut für Urbanistik erläutert den Begriff Gentrifizierung und die damit einhergehenden Prozesse eingängig und gut nachvollziehbar: "Abgeleitet vom englischen Ausdruck "gentry" (= niederer Adel) wird .. (Gentrifizierung) zur Charakterisierung von Veränderungsprozessen in Stadtvierteln verwendet und beschreibt den Wechsel von einer statusniedrigeren zu einer statushöheren (finanzkräftigeren) Bewohnerschaft, der oft mit einer baulichen Aufwertung, Veränderungen der Eigentümerstruktur und steigenden Mietpreisen einhergeht.

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Leseprobe: "Das Taut-Haus am Engelbecken, ein Denkmal"

 

Das Taut-Haus im Jahr 2011 als Baustelle - Foto: Archiv Bürgerverein

Text: Elisabeth Masé

1927 beauftragte die Zentralverwaltung des Deutschen Verkehrsbundes den Architekten Bruno Taut mit dem Bau eines imposanten Bürogebäudes am Engeldamm/Ecke Michaelkirchplatz. Es wurde 1932 vom Architekten Max Taut, Bruno Tauts Bruder, und dem Architekten Franz Hoffmann in Form eines viergeschossigen Rechtecks mit zwei umschlossenen Innenhöfen fertiggestellt.

Bruno Taut, ein enthusiastischer Verehrer der Russischen Revolutionsarchitektur, lebte zu diesem Zeitpunkt bereits in Moskau und richtete für die dortige Stadtverwaltung ein Büro für Neubauten ein. Doch aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten und enttäuscht von der sowjetischen Architekturentwicklung kehrte er 1933 nach Berlin zurück, wo er, kaum angekommen, vor den Nationalsozialismus nach Japan fliehen musste.

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