Engelbecken Untersuchung Präsentation - Seite 12 Abfischung

Abbildung aus der Präsentation der Untersuchungsergebnisse des Engelbeckens 2019/2020 (hier lesen). Quelle: BA Mitte


Update: Engelbecken - "PM des BA Mitte: "Abfischung des Engelbeckens in der 11. Woche". 11. Woche - das ist jetzt, vom 15. bis 21. März 2021!


In einem Bürgerdialog am 09.03.2021 wurde den Teilnehmern von Christian Klemz vom Umwelt- und Naturschutzamt Mitte noch einmal der Istzustand des Engelbeckens vorgestellt.

Dabei wurde sehr deutlich, dass die Schlammschicht am Boden des Beckens im wahrsten Sinne des Wortes "gefährlicher" Abfall ist (Schadstoffbelastung mit PAK- und Sulfatkonzentration sehr hoch, AGA-Zuordnungsstufe Z 2). Durch die aktuell aus dem Gleichgewicht geratene Nahrungskette von Tieren (und Pflanzen) ist eine natürliche Phosphateliminierung nicht mehr möglich.

Um das Becken vor dem Umkippen zu retten, muss durch entsprechende Maßnahmen dringend gegengesteuert werden und der externe Nährstoffeintrag durch massenweise Fütterung der Schwäne und anderer Wasservögel beendet werden.

Es gibt ein ökologisches Ungleichgewicht zwischen der Gewässergröße und der darin befindlichen Fischmenge sowie dem Friedfisch- / Beutefisch-Verhältnis. Daher erhöht sich die Schlammschicht auf dem Grund des Engelbeckens jedes Jahr um etwa einen Zentimeter.

Ziel ist es, das Gewässer wieder in das ökologische Gleichgewicht zu bringen, um mittelfristig ein drohendes Fischsterben zu verhindern.

Daher muss nach Meinung der Experten am Beginn einer Sanierung des Engelbeckens der derzeitige Fischbestand gezielt reduziert werden und durch Aussetzen kleiner Raubfische in ein natürlicheres Verhältnis gebracht werden.

Zentrales Thema des Dialogs, der per Videokonferenz stattfand, war die Problematik des Abfischens.

Schon in der Vorstellungsrunde wurde deutlich, dass hier die Positionen der verschiedenen Akteure noch sehr weit auseinander lagen. In fünf Arbeitsgruppen sollten die Vor- und Nachteile des Abfischens erörtert werden, aber auch Alternativen zum Abfischen und Einsetzen von Raubfischen, die den Fischbestand auf natürliche Weise regulieren sollten, konnten vorgeschlagen werden.

Am Ende wurde von den meisten Teilnehmern keine Alternative zum Abfischen gesehen, wenn das biologische Gleichgewicht im Engelbecken wiederhergestellt werden soll. Einige Tierschützer äußerten die Befürchtung, dass beim Einsatz der Elektromethode Fische und andere Tiere im Becken zu Schaden kommen könnten.

Allerdings wurde auch deutlich, dass zur Wiederherstellung eines lebenswerten Gewässers für alle Beteiligten (Tiere, Pflanzen und Menschen) ein Gesamtkonzept notwendig ist.

Mögliche Ansätze dafür wurden von Herrn Klemz in seinen Ausführungen vorgestellt (Absaugen von ca. 1.100 m³ kontaminierten Schlamms, Phosphatfällung durch das Einbringen von Eisen- und Aluminiumsalzen, Einbringung von Pflanzeninseln, Wiederherstellung eines Schilfgürtels am Café etc.).

Allerdings gibt es derzeit noch keine ausgereiften Planungen. Da hier sicher ein kostenintensives Programm vonnöten ist, muss abgewartet werden, wie sich die politischen Entscheidungsträger in Mitte dazu verhalten werden.

In Wahlkampfzeiten ist das für alle Engelbeckenfreunde ein günstiger Zeitpunkt, um mit Nachdruck die Einleitung von ergänzenden Maßnahmen zu fordern.

Sowohl die Stadträtin Frau Weißler als auch ihre Mitarbeiterin Frau Pirch erklärten, dass eine Abfischung noch nicht beschlossen wurde, eine Entscheidung aber sehr schnell fallen wird. Ein konkreter Termin wurde nicht genannt. Alle Beteiligten des Bürgerdialogs sollen aber im Vorfeld informiert werden.

Darüber hinaus soll auf der Internetseite (www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/aemter/umwelt-und-naturschutzamt/umweltschutz/) regelmäßig von den Ergebnissen des Bürgerdialogs und den Maßnahmen zur Rettung des Engelbeckens berichtet werden.



Engelbecken Praesentation Seite 12 800

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Ein Beitrag verfasst von Café-Betreiber Cheena Riefstahl:

KellerInnen aus 17 Nationen

Bei uns kellnern eine Techno-Lettin, ein spanischer Hip-Hopper und ein türkischer Fußballer - insgesamt sind es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 17 Nationen. Und in der Küche steht seit vier Jahren ein Flüchtling aus Afghanistan. Wenn das Team so bunt gemischt und meistens ebenso gut drauf ist, spiegelt sich das auch bei den Besuchern wider.

Wohlfühlen können sich die Besucher, weil wir ein offenes, einsehbar, ruhiges Tagescafé sind - mit Blick auf das Engelbecken und die gepflegte Parkanlage. Unser Publikum scheint nicht so homogen, wie in manchen Cafés und Kneipen in der Oranienstraße, wo sich eher gleich zu gleich gesinnt. Hier sitzt ein esoterischer Herr mit Laptop an einem Tisch und daneben eine Gruppe junger türkischer Frauen.

Durch neue Kita ganz in der Nähe kommen auch die Eltern gern hierher und werden Teil des Stammpublikums. Sonst scheinen sich in den vergangenen zehn oder eher fünf Jahren erhebliche Umschichtungen ergeben zu haben. Es wohnen jetzt mehr junge Menschen aus München oder aus Spanien und anderen europäischen Ländern hier. Sie gehören zur wohlhabenden Kategorie. Die eine oder andere Sprache zusätzlich hilft.

Aber auch die türkische Community aus der näheren und etwas weiteren Umgebung kommt gerne. Mein Kollege Akin Aydogan, mit dem ich das Café mache, und ich achten aber darauf, dass es international bleibt, dass wir nicht ethnisch zu eng werden und andere ausschließen. Vor allem aber gibt es jetzt sehr viel mehr Touristen. Sie sehen sich Kreuzberg an oder laufen den Mauerweg ab und kommen dann, um sich bei uns zu entspannen.

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