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Die Polizei reitet ein


Gegen das Pfeifen, Lärmen und vereinzelte Fensterscheiben-Einwerfen trat die Polizei dann gegen 1/2 10 Uhr auf den Plan. Ihr Einsatzgebiet an diesem Abend war das Gebiet um den Moritzplatz, die Wassertor-, Oranien- und Alte Jakobstraße.

Um sich gegen die Berittenen zu schützen, errichteten die "Ruhestörer" Straßenhindernisse, in der Dresdener Straße z.B. wurden dazu Bauzäune benutzt. Aus den traditionellen, schon 1848 bewährten Rinnsteinbohlen wurden in der Kommandanten-, Prinzen-, Brückenstraße sowie an den Kreuzungen Wassertor-/Brandenburgstraße (heute Lobeckstraße) und an der Ecke Neue Jakob- und Roßstraße Hindernisse gebaut.

Den Höhepunkt erreichte die Bewegung dann am folgenden Tag, Freitag, den 3. Juli.

Der Polizeipräsident erließ am Vormittag eine Bekanntmachung, der zufolge in dem betroffenen Stadtgebiet alle Geschäfte, Verkaufskeller und Schankstätten ab 8 Uhr abends zu schließen seien, die Hauswirte ab 9 Uhr abends die Haustüren abzusperren und alle Lehrherren ihre Lehrlinge unter Aufsicht zu nehmen hätten (unter den bis dato 60 Verhafteten waren allein 20 Tischlerlehrlinge).

Neugierige Gaffer wurden gewarnt: einmal in Aktion, könne die Polizei sich nicht auf Diskussionen einlassen, ob jemand zur Anwesenheit am Orte sich berechtigt fühle - er müsse schlankweg mit diskussionsloser Verhaftung rechnen.

Bald mußte die Polizei Personen festnehmen, die beim Abreißen dieser amtlichen Bekanntmachung ertappt wurden. Die am Abend neuerlich zusammenströmenden Menschenmassen beeinträchtigte die Warnung des Polizeipräsidenten kaum: Moritzplatz, Prinzen-, Sebastian-, Stallschreiber- und Dresdener Straße wimmelten wieder von erregten Menschen.

Inzwischen hatten die Demonstranten festgestellt, daß sich Geheim- und Kriminalpolizisten in Zivil unter sie gemischt hatten, um Anführer auszuspähen. Auf diese, im Jargon "Faule" genannten, beamteten Spitzel richtete sich nun besonderer Volkszorn, und als zwei von ihnen erkannt wurden, setzte eine Verfolgungsjagd ein; die beiden "Faulen" flüchteten in das Haus Prinzenstraße 37, wo ein Kollege ihrer Zunft wohnte, und setzten dadurch das ganze Haus einem wütenden Steinhagel aus.

Ein Polizeileutnant Hoppe, der in Erwartung anrückender Verstärkung vor den Tobenden den starken Mann spielen wollte, wurde unter Rufen wie "Der Hund muß totgeschlagen werden!" zum Schwerverwundeten geprügelt; als er sich in sein Wohnhaus, Prinzenstraße 40, rettete, wurde auch dieses Haus gestürmt.

Als berittene Polizisten verhaftete Tumultanten zur Stadtvogtei am Molkenmarkt eskortierten, folgte ihnen ein johlender Haufe vornehmlich jugendlicher Demonstranten und versuchte unterwegs, wenn auch vergeblich, Gefangene zu befreien. Auch am 4. Juli zog keine Ruhe ein.

Die Angriffe auf das Haus Prinzenstraße 40 setzten sich fort und weiteten sich auf das Nachbarhaus Nr. 41 aus, weil der dortige Wirt am Vorabend sein Haus für die Unterbringung Verhafteter zur Verfügung gestellt hatte: Alle Fensterscheiben wurden zertrümmert.

Das Scheibenzertrümmern setzte sich dann in der Sebastianstraße fort, wo kein Haus unbeschädigt blieb. Am Oranienplatz zogen die Tumultanten mit Hilfe von aus Lastkähnen entnommenen Stangen (es dürften Rüststangen für Neubauten gewesen sein) die Brücke über den Luisenstädtischen Kanal auf.

So vor unmittelbarem Zugriff wenigstens zeitweise gesichert, zerschlugen sie im Angesicht der am anderen Kanalufer agierenden Polizei auf dem Platz und dem angrenzenden Elisabethufer nach einem inzwischen eingeübten Ritus systematisch Gaslaternen. Allein an diesem Tag belief sich die Zahl der Verhafteten auf über 200, und in der Stadtvogtei wurde der Raum knapp: eingelieferte Missetäter mußten dort auf Dachböden und in Abstellkammern untergebracht werden.

Obwohl man am nächsten Tag, einem Sonntag, angesichts der Arbeitsruhe mit verstärkten Unruhen rechnen konnte, brach die Bewegung doch plötzlich ab. Als Ursache kamen mehrere Faktoren zusammen: Nach einer tagelangen Schönwetterperiode regnete es nun intensiv; der Polizeipräsident hatte am späten Abend des Vortages bekanntgemacht, daß von jetzt an rücksichtslos von der Waffe Gebrauch gemacht werde; das Wassertor und das Kottbusser Tor wurden geschlossen, so daß ein Entweichen in die unübersichtliche Hasenheide entfiel; zudem wurde nun mit psychologischer Abschreckung gearbeitet, indem man gezielt verbreitete, es werde Militär eingesetzt.

Darüber hinaus ist anzunehmen, daß der Sonntag nach einer anstrengenden Arbeitswoche der eingefleischte Ruhetag war, und auch tagelang aktive Demonstranten und "Aufrührer" glaubten sicher, an diesem Tage Anspruch auf Ausspannen zu haben! Von der Last täglicher Auseinandersetzung in den Straßen befreit, ging die Ordnungsmacht sofort an die Wiederherstellung ihres Machtmonopols. Zunächst wurden die Verhafteten gesichtet.

Es ist ein beglückendes Gefühl, Bücher machen zu können …

Gespräch mit Wieland Giebel, Leiter des Berlin Story Verlags, am 23.6.2021

BVL:    Unter dem Dach Berlin Story sind vielfältige Aktivitäten zur Geschichte Berlins zu finden: Seit 1997 bis 2016 Buchladen und Museum mit diversen Ausstellungen an verschiedenen Standorten Unter den Linden, seit 2014 der international bekannte Bunker mit Museum in Kreuzberg sowie der Berlin Story Verlag. Er hat seit 2015 seinen Sitz in der Luisenstadt, am Leuschnerdamm 7 mit Blick auf das Engelbecken.

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Video: Die Allianz Neue Waisenbrücke fordert die Fertigstellung bis 2025

Der Brückentag am 14. Mai 2021 – organisiert durch die Allianz Neue Waisenbrücke – wurde nun filmisch dokumentiert.

Im Youtube Channel des Stadtmuseums ist das 3:35 Minuten kurze Video veröffentlicht und trägt den Titel "Neue Waisenbrücke – Berlins historische Quartiere wieder verbinden":

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Verkehrsplanung für die Oranienstraße jetzt in diesem Film

Abbildung: Screenshot Youtube

Die planende STATTBAU GmbH hat im Namen und im Auftrag des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg einen Film zur Verkehrsplanung in der Oranienstraße online gestellt.

Der Beitrag ist Teil des umfänglichen Beteiligungsverfahrens und soll die daraus entwickelten Planungsergebnisse vorstellen.

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Fertigstellung der Laterne auf St. Thomas

Bild: Für Pfarrer Christoph Heil war eine seiner ersten Aufgaben die Segnung des Turmkreuzes beim Aufsetzen auf die Laterne am 31. März 2021 - in 55 Metern Höhe (Foto: Claudia Hertel)Weihnachts- und Winterpause erzwangen die Unterbrechung der Bauarbeiten. Die Wetterplanen wurden erst Ende Februar 2021 gelüftet für die Wiederaufnahme der Maurerarbeiten. Sie müssen allerdings zu jedem Feierabend erneut festgezurrt werden, weil immer wieder Frostnächte drohen.

Erst der März lässt längere Arbeitsperioden zu. Das sichtbare Sockelmauerwerk schließt in 3 Metern Höhe in einem dickeren Ring von Formsteinen ab. Hier endet der zweischalige Aufbau des Mauerwerks, das nun einschalig weiter aufgeführt wird.

Der Formsteinring bildet einen wulstförmigen Verzierungsring, der an der dicksten Stelle einen Durchmesser von 1,68 Meter aufweist. Die Formsteine sind speziell nach den abgebrochenen Originalen gebrannt worden. Auch die zur vertikalen Verzierung hochgeführten Halbrundsteine sind nachgefertigt und den Originalen gleich. Sie bilden 12 aufstrebende Verzierungslinien, die die konische Gestaltung des Schaftes betonen.

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Leseprobe: "Der Luisenstädtische Kanal - Das Café am Engelbecken"


Foto: Archiv Bürgerverein

Auszug aus der Neuveröffentlichung “Klaus Duntze, Der Luisenstädtische Kanal; 2021”.


Ein Beitrag verfasst von Café-Betreiber Cheena Riefstahl:

KellerInnen aus 17 Nationen

Bei uns kellnern eine Techno-Lettin, ein spanischer Hip-Hopper und ein türkischer Fußballer - insgesamt sind es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 17 Nationen. Und in der Küche steht seit vier Jahren ein Flüchtling aus Afghanistan. Wenn das Team so bunt gemischt und meistens ebenso gut drauf ist, spiegelt sich das auch bei den Besuchern wider.

Wohlfühlen können sich die Besucher, weil wir ein offenes, einsehbar, ruhiges Tagescafé sind - mit Blick auf das Engelbecken und die gepflegte Parkanlage. Unser Publikum scheint nicht so homogen, wie in manchen Cafés und Kneipen in der Oranienstraße, wo sich eher gleich zu gleich gesinnt. Hier sitzt ein esoterischer Herr mit Laptop an einem Tisch und daneben eine Gruppe junger türkischer Frauen.

Durch neue Kita ganz in der Nähe kommen auch die Eltern gern hierher und werden Teil des Stammpublikums. Sonst scheinen sich in den vergangenen zehn oder eher fünf Jahren erhebliche Umschichtungen ergeben zu haben. Es wohnen jetzt mehr junge Menschen aus München oder aus Spanien und anderen europäischen Ländern hier. Sie gehören zur wohlhabenden Kategorie. Die eine oder andere Sprache zusätzlich hilft.

Aber auch die türkische Community aus der näheren und etwas weiteren Umgebung kommt gerne. Mein Kollege Akin Aydogan, mit dem ich das Café mache, und ich achten aber darauf, dass es international bleibt, dass wir nicht ethnisch zu eng werden und andere ausschließen. Vor allem aber gibt es jetzt sehr viel mehr Touristen. Sie sehen sich Kreuzberg an oder laufen den Mauerweg ab und kommen dann, um sich bei uns zu entspannen.

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Abfischung im Engelbecken alternativlos!

Abbildung aus der Präsentation der Untersuchungsergebnisse des Engelbeckens 2019/2020 (hier lesen). Quelle: BA Mitte


Update: Engelbecken - "PM des BA Mitte: "Abfischung des Engelbeckens in der 11. Woche". 11. Woche - das ist jetzt, vom 15. bis 21. März 2021!


In einem Bürgerdialog am 09.03.2021 wurde den Teilnehmern von Christian Klemz vom Umwelt- und Naturschutzamt Mitte noch einmal der Istzustand des Engelbeckens vorgestellt.

Dabei wurde sehr deutlich, dass die Schlammschicht am Boden des Beckens im wahrsten Sinne des Wortes "gefährlicher" Abfall ist (Schadstoffbelastung mit PAK- und Sulfatkonzentration sehr hoch, AGA-Zuordnungsstufe Z 2). Durch die aktuell aus dem Gleichgewicht geratene Nahrungskette von Tieren (und Pflanzen) ist eine natürliche Phosphateliminierung nicht mehr möglich.

Um das Becken vor dem Umkippen zu retten, muss durch entsprechende Maßnahmen dringend gegengesteuert werden und der externe Nährstoffeintrag durch massenweise Fütterung der Schwäne und anderer Wasservögel beendet werden.

Es gibt ein ökologisches Ungleichgewicht zwischen der Gewässergröße und der darin befindlichen Fischmenge sowie dem Friedfisch- / Beutefisch-Verhältnis. Daher erhöht sich die Schlammschicht auf dem Grund des Engelbeckens jedes Jahr um etwa einen Zentimeter.

Ziel ist es, das Gewässer wieder in das ökologische Gleichgewicht zu bringen, um mittelfristig ein drohendes Fischsterben zu verhindern.

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