Berlin um 1280

Nach über zwanzigjähriger Planungszeit wurde der Bebauungsplan für den Molkenmarkt und das Klosterviertel festgesetzt. Der Plan nimmt einen erkennbaren Bezug zu dem historischen Stadtgrundriss, verzichtet jedoch darauf, die ehemals geplante Kleinteiligkeit der Parzellen festzulegen.

Aus politischer Sicht will man die Grundstücke nicht mehr an einzelne private Bauherren verkaufen, sondern je eine große Parzelle an zwei städtische Wohnungsbaugesellschaften und eine rückübertragene kleine Parzelle an einen privaten Bauherren vergeben. Mit dieser Maßnahme soll preisgünstiges Bauen ermöglicht werden.

Fünf Berliner Bürgervereine finden das überhaupt nicht gut und melden sich mit einer erneuten, dringlichen Forderungen an die Baupolitiker...

Den städtischen Wohnungsbaugesellschaften wird auferlegt, ein Nutzungskonzept mit mindestens 50 Prozent bezahlbaren Wohnungen zu erstellen. Der Neubau von Sozialwohnungen ist das alleinige beherrschende Thema. Konformistische Bauherren und angepasste Architekten sollen das neue Stadtquartier am Gründungsort Berlins planen.

Die Senatorin für Stadtentwicklung glaubt, allein mit dem Bezug zum historischen Stadtgrundriss und mit dem Namen Klosterviertel Urbanität und Zukunftsfähigkeit herstellen zu können. Der Gedanke, zwei städtische Wohnungsbaugesellschaften ein Stadtquartier entwickeln zu lassen, erinnert an die von Planern angepriesenen neuen Stadtquartiere hinter den Bahnhöfen von Frankfurt am Main, Stuttgart und Quartiere in Berlin, wie z. B. die Planung der WBM an der Rathenower Straße in Moabit.

Schaut man sich die im gut gemeinten Bemühen um "bezahlbaren Wohnraum" errichteten oder geplanten neuen Stadtteile an, packt einen das kalte Grausen. Es sieht aus, als seien renovierte Nachkriegsbauten mit Wärmedämmputz ummantelt und mit Stahlbalkonen versehen worden, die an das billigste Kellerregal erinnern – fertig!  

Entwürfe ohne Sockelgeschosse, ohne attraktive Grünflächengestaltung! Ewiggestrige Ideologen bestimmen die Stadtbaupolitik. Bisherige Planungen der städtischen Wohnungsbaugesellschaften für Stadtquartiere weisen darauf hin, dass traurig-triste Straßen, denen jede Anmut und Aufenthaltsqualität fehlt, geplant werden. Dabei sind die Außenwände der Häuser die Innenwände des öffentlichen Straßenraumes.

Um Urbanität und Zukunftsfähigkeit herzustellen, wären sowohl eine kleinteilige Parzellenstruktur für den Bau von Stadt- bzw. kleineren Bürgerhäusern, mehrere Bauherren, private wie genossenschaftliche, als auch vielfältige Konzepte unterschiedlicher Architekten in Zusammenarbeit mit städtischen Wohnungsbaugesellschaften notwendig.

Das weiteren ist ein Bezug zur Geschichte des Ortes herzustellen. Archäologische Fenster reichen dazu bei weitem nicht aus. Von einigen herausragenden Baudenkmalen, wie dem Palais Kreutz, der Bauakademie von K.F. Schinkel und dem Haus Blankenfelde am Molkenmarkt, sollten die Fassaden am historischen Ort rekonstruiert werden.

Die Bürgervereine fordern daher die verantwortlichen Politiker auf, umzudenken und eine Wende in der Stadtbaupolitik einzuleiten. Mit der Wiederherstellung eines größeren Teils der alten Grundstücksparzellen und Übertragung an eine Vielzahl von Bauherren kann ein Beispiel für eine nachhaltige neue Stadtbaupolitik gegeben werden. Ferner ist eine Gestaltungssatzung zu erstellen. In Bürgerversammlungen ist die Öffentlichkeit über die Planungen frühzeitig zu informieren, um dann mit den Bürgern in Dialog zu treten.  


Berlin, 13. Februar 2019

Für die Kooperation der Bürgervereine:

Dr. Benedikt Goebel, Bürgerforum Berlin e.V.
Volker Hobrack, Bürgerverein Luisenstadt e.V.
Gerhard Hoya, Gesellschaft Historisches Berlin e.V.
Hubertus Müller, Berliner Historische Mitte e.V.
Brigitte Thies-Böttcher, Förderverein des Gymnasiums zum Grauen Kloster – Mitte e.V.

Grafik oben: Historische Mitte e. V. - Berlin um 1280


Siehe auch

 

Presse


 

 

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NEU: Luisenstadt - Unser Veranstaltungsprogramm bis März 2020

Unser neues Veranstaltungsprogramm für die Monate Januar bis März 2020, organisiert von der AG Geschichte. Verteilung in Ihrer Nachbarschaft ab Anfang Dezember. - Terminübersicht:

  • Mi 15. Januar 2020: Vortrag - Mietshäuser Syndikat in der Oranienstraße
  • Mi 12. Februar 2020: Vortrag - Königin Luise von Preußen
  • Fr 13. März 2020: Revolution am Luisenstädtischen Kanal - Gedenktafel-Enthüllung

Hier können Sie hineinschauen und Details lesen...

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Seit November 2019 - vier Monate umfangreiche Abrissarbeiten bei Vattenfall

Falls Sie als Anwohner in der Nähe des Heizkraftwerkes von Vattenfall wohnen und diesen Info-Flyer nicht erhalten haben, hier auf unserer Homepage ist dieser einzusehen.

Die Anwohnerinformation erklärt das Vorhaben von Vattenfall, den Abbruch des alten Heizwassererzeugers auf dem Gelände zwischen Runge-, Ohm- und Köpenicker Straße.

Bitte wenden Sie sich mit Fragen an die im Flyer genannte Kontaktadresse.

Hier zum Anschauen eine Kopie des Vattenfall-Flyers aus dem November 2019 ...

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So war's: Geführter Mauerspaziergang am 10. November 2019

Rosie Kühne schreibt:

"Liebe Akteure,
ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die den Spaziergang am 10. November 2019 entlang des ehemaligen Mauerverlaufs durch die Luisenstadt vorbereitet und gestaltet haben!
Das große Interesse (es waren weit über 200 Interessierte dabei) und die allgemeine Geduld, auch wenn es mit der Technik mal nicht sofort klappte, zeigen, dass sich die Mühen der Vorbereitung auf jeden Fall gelohnt haben."


Dorothea Krause stellte einige Foto-Schnappschüsse zur Verfügung.
Ein Klick auf das Bild ermöglicht eine noch größere Ansicht.


Mehr Info: Sonntag 10. November 2019 - 30 Jahre Mauerfall - Stadtspaziergang am Berliner Mauerweg (Einladung)

Einige Veranstaltungen zu "30 Jahre Mauerfall" stehen noch an - Infos hier:
Zahlreiche Veranstaltungen in Mitte und Kreuzberg zum denkwürdigen Jubiläum des Mauerfalls


 

Mi 11·Dez Autorenlesung mit Dieter Hoffmann-Axthelm: Die Köpenicker Straße

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"Lebensadern der Luisenstadt - Preußen am Schlesischen Tor"

Die Geschichte der Köpenicker Straße (1589 - 1989)

Am Beispiel der Köpenicker Straße eröffnet sich ein wirtschaftliches, gesellschaftliches und kulturelles Panorama Preußens.
Lebendig, emotional und überraschend beschreibt der Autor, was Unternehmer, Ackerbürger und Fabrikanten aus dem staubigen Feldweg entlang der Spree machten, wie mit dem Regierungsantritt von Friedrich II 1740 die rasante Entwicklung Preußens begann und von da an auch das Bild der Köpenicker Straße prägte:

Holzhandel, Textilindustrie, Militär, bürgerliche Selbstverwaltung, Sozialliberalismus, repräsentative Wohnhäuser und Gartenstrukturen – all das hat Dr. Dieter Hoffmann-Axhelm in jahrelanger Arbeit Teil für Teil zu einem komplexen Geschichtsbild zusammengefügt, das bis 1989 reicht.

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Nov/Dez: ecke köpenicker No. 5/2019 erschienen

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Die ecke No. 5 für die Monate November und Dezember 2019 mit den Schwerpunkten neue Enwicklungen in der Luisenstadt Nord informiert aktuell und auch mit Hintergrund-Infos über diese Themen:

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Do 3·Okt Finale Abschlussfeier der Ausstellung "Kunst an der Plakatwand"

Flyer groß anzeigen hier

Ab 15 Uhr mit Bürgermeister Stephan von Dassel, Musik mit TriArt, Dagmar Bunde Gesang, Markus Ehrlich Saxophon und Julius Heise Vibraphon. Gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung. Gesang Rita Huber-Süß, Straßentheater KAMAdUKA.

Die Ausstellung selbst ist noch bis Sonntag, 6. Oktober 2019 geöffnet.


Letzte Aktualisierungen des Programmes finden Sie auf der Homepage des Projektes:

-> www.KunstanderPlakatwand.de