Fußtour 1 - Karte Skizze


> Stadtplan-Skizze der Fußtour in der Großansicht


Leseprobe

Spuren der Luisenstadt

Von Stefan Löffler

Diese erste Tour unseres Buches durchquert jenen Teil der Luisenstadt, der infolge des Zweiten Weltkrieges seinen Charakter völlig verändert hat. Wo heute ruhige begrünte Wohnviertel liegen, fanden sich vor 300 Jahren Gehöfte und Gärten, stand vor 100 Jahren ein typischer Berliner Kiez mit prächtigen Fassaden und tristen Hinterhäusern, Gewerbehöfen, Kaufhäusern, Theatern, Kneipen und anderen Vergnügungsstätten. Der Spaziergang von ca. 2 Stunden führt zu jenen Spuren, die Krieg und Neubau überdauert haben und uns heute noch einiges aus der Geschichte der alten Luisenstadt verraten.

Die Spurensuche beginnt am U-Bahnhof Märkisches Museum (1). Im Bahnhof: farbiges Relief der Karte Berlins im 18. Jh. (in Höhe der Aufsicht) - das graue Dreieck im unteren Teil stellt die Luisenstadt dar. Am Ausgang Neue Roßstraße befand sich früher das Köpenicker Tor: Beginn des Weges in Richtung Süden (Rixdorf, Mittenwalde, Dresden). Nach 1683 wurden Neue Roß- und Wallstraße zum Stadtteil Neukölln am Wasser vereint.

Neuerscheinung: Biogramme früher Nationalsozialisten - Die einzigartige Sammlung des Theodore Abel

Dorothea Krause, Mitglied im Bürgerverein Luisenstadt, hat dieses fast 1.000-seitige Werk gelesen und sich genauer angeschaut. Herausgegeber der Sammlung "Warum ich Nazi wurde" ist Wieland Giebel vom BERLIN STORY VERLAG, der ebenfalls als Mitglied unseren Bürgerverein unterstützt.

Am Samstag, den 23. März 2019, stellt Herausgeber Wieland Giebel, ebenfalls Mitglied in unserem Bürgerverein, das Buch persönlich in der Buchhandlung Moritzplatz vor. Info hier
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Wer sich fragt, wie es möglich wurde, dass das verbrecherische Nazi-System überhaupt an die Macht kommen konnte, sollte dieses Buch lesen.

Man weiß ja, dass Hitlers Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei NSDAP so stark war, dass sie über normale Wahlen in den Reichstag gekommen ist. Sie wird zweitstärkste Partei bei der Reichstagswahl 1930. Zu Hitlers "Machtergreifung" kam es am 30. Januar 1933. Erst danach konnte Hitler ja den Reichstag auflösen und die Immunität der Abgeordneten aufheben.

Gewerkschaftshaus: Die Rote Burg am Engeldamm

Durch die großmütige finanzielle Unterstützung von Leo Arons konnte das erste feste Gebäude für die Berliner Gewerkschaften am Engeldamm errichtet werden. Das war 1900. Am 10. Oktober 1919 starb Leo Arons. Auf eigenen Wunsch wurde er auf dem Gelände des Gewerkschaftshauses bestattet. Das Grab wurde durch die Nationalsozialisten zerstört. Eine Gedenktafel erinnert an ihn und die "Rote Burg" in der Luisenstadt.

klaus-duntze-portraitKlaus Duntze erzählt im Gespräch mit Ralf Bei der Kellen über seine Mitwirkung bei der Berliner Stadtentwicklung in Kreuzberg und der Luisenstadt.

Café und Restaurant Kuchen-Kaiser am Oranienplatz

Die Versandkonditorei und das Café KUCHEN-KAISER am Oranienplatz in der Luisenstadt wurden im Jahre 1865 von Conrad Kaiser gegründet. Seit 1998 existiert ein erfolgreiches Restaurant erneut unter dem Traditionsnamen an gleicher Stelle. Das im Jahr 1864 gebaute Haus, in dem sich die Konditorei befindet, ist direkt für die Erfordernisse der Firma errichtet worden. 1890 übernahm der Konditormeister Eugen Fluss, der zuvor bei den Firmen Kreuzkamp in Dresden und Sacher in Wien

Denkmal Tag 2013 Postfuhramt
Insbesondere der Samstag, der ersten Tag des Offenen Denkmals 2013, überaschte mit großem Zuspruch im ehemaligen Postfuhramt in der Melchiorstraße. 100 neugierige Gäste waren bei der ersten Führung dabei, etwa 50 weitere Interessierte kamen zur zweiten Runde. Auch der Infostand zur verfallenden Eisfabrik in der Köpenicker Straße stieß auf reges Interesse.

Paul-Lincke-250Einer der prominenten Einwohner der Luisenstadt war der Komponist Paul Lincke. l937 wurde er Ehrenbürger von Berlin. Wie viele prominente Berliner ("Der Hauptmann von Köpenick", Claire Waldoff) ist der berühmte Komponist nicht in Berlin begraben.

Berlin um 1280

Nach über zwanzigjähriger Planungszeit wurde der Bebauungsplan für den Molkenmarkt und das Klosterviertel festgesetzt. Der Plan nimmt einen erkennbaren Bezug zu dem historischen Stadtgrundriss, verzichtet jedoch darauf, die ehemals geplante Kleinteiligkeit der Parzellen festzulegen.

Aus politischer Sicht will man die Grundstücke nicht mehr an einzelne private Bauherren verkaufen, sondern je eine große Parzelle an zwei städtische Wohnungsbaugesellschaften und eine rückübertragene kleine Parzelle an einen privaten Bauherren vergeben. Mit dieser Maßnahme soll preisgünstiges Bauen ermöglicht werden.

Fünf Berliner Bürgervereine finden das überhaupt nicht gut und melden sich mit einer erneuten, dringlichen Forderungen an die Baupolitiker...

Im Oktober 2017 hat unser Bürgerverein Luisenstadt dieses lange vergriffene, beliebte "Geschichtenbuch" der Luisenstadt wieder herausgegeben. Versehen mit einer neuen Umschlagbroschur können Sie diese einmalige "Bibel" unseres Stadtteils aus dem Jahr 1995 nun wieder erwerben.

Cover Luisenstadt Buch 2017


Lesen Sie hier auch heute noch interessante Auszüge aus dem Buch in unserer neuen Serie "Historische Fußtouren in der Luisenstadt aus den 90er Jahren"


Die folgende Rezension von Andreas Lohse fanden wir in der "Drucksache - Magazin der Erneuerungskommission Kottbusser Tor" Nr. 5/6 vom 2.6.1995. Viele Ausgaben der legendären "Drucksache" sind als PDF online zugänglich im Digitalen Archiv des FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museums:

Ein neues Buch will "über die gemeinsame Geschichte eine Bindung zwischen den Bürgern dieses Stadtteils erreichen, das Heimatgefühl stärken und helfen, Widersprüche aufzuheben", wünscht sich der Redakteur Frank Eberhardt in seinem Vorwort - nichtssagende Schlagworte, derer es überhaupt nicht bedurft hätte.

Archiv: David Alexander and Rivka Alexander-Yahich

Gunter Demnig verlegte am 28.11.2012 neun Gedenksteine, die an die Opfer des Nazi-Terrors erinnern. In dem Haus Ohmstr. 1 wohnte die Großfamilie seit 1914.

Neun von zehn Familienmitglieder wurden im KZ Chelmno (Kulmhof) am 13. Mai 1942 ermordet:

Lea Jahisch, Josef Mentesch, Ester Jahisch, Perla Jahisch, Lisa Meschoulam, Rebekka Meschoulam, Rachel Meschoulam, Rosa Meschoulam, Albert Meschoulam.

By David Alexander and Rivka Alexander-Yahich

Although the date of the wedding is unknown, Lea Meschoulam’s first marriage was arranged by her family in Constantinople. She was widowed soon afterwards. Her second marriage – to Josef Jahisch, the man she had always preferred – was probably in 1912, and was certainly not arranged. To avoid scandal and family disapproval, the couple departed for Alexandria, where their son Muis was born on 6 August 1913.

Allgemeine Ziele

Ziel unserer Arbeit soll sein, die Spuren der Geschichte in der Luisenstadt noch mehr erlebbar zu machen, um u.a. die Identifikation der dort lebenden Menschen mit Ihrem Wohn- und Arbeitsumfeld zu verbessern.
Wir wollen das Entdecken und Erleben von Geschichte als Chance für die Zukunft der Luisenstadt begreifbar machen.


Unsere Publikationen · Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Cover Die Luisenstadt
Lange vergriffen, wie haben es erneuert und wiederaufgelegt.
Bestellen Sie bei uns im Büro, im Buchhandel oder in Ihrer Buchhandlung

Haben Sie es schon?

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eisfabrik neu
Neu: Unsere Broschüre zur Geschichte der Eisfabrik
"Die Eisfabrik - gestern · heute · morgen"
Viele, teils farbige Abbildungen
Erschienen September 2019
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Historischer_Pfad_Leseprobe
Unsere Geschichts-Broschüre

"Ein historischer Pfad im Heinrich-Heine-Viertel"

Viele Abbildungen mit erläuternden Texten

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-> Weitere Publikationen zur Luisenstadt


12·Februar 2020 Vortrag: Königin Luise von Preußen

Ikonen der Luisenstadt
Königin Luise von Preußen - Ein romantisches Ideal auf dem Weg in die Moderne

Wir kennen Königin Luise als schön und anmutig, mit ungezwungenen Umgangsformen und zuvorkommend, im öffentlichen Auftreten eher bürgerlich als aristokratisch. Schon zu Lebzeiten wurde sie zum Gegenstand beinahe kultischer Verehrung. Ihr früher Tod verstärkte diese Tendenz.

Ihr Leben war eng verknüpft mit den dramatischen Ereignissen Preußens im Krieg gegen Napoleon.

Als Mutter Kaiser Wilhelms I wurde sie zum Symbol für den Wiederaufstieg Preußens und für die Entwicklung hin zum Deutschen Kaiserreich. So liegt ihre historische Bedeutung in der legendären Berühmtheit, die sie als Königin von Preußen tatsächlich hatte.

Ihrer großen Beliebtheit im Volk ist es zu verdanken, dass die Luisenstadt mit der Erlaubnis ihres Ehemannes, König Friedrich Wilhelm III, ihren Namen trägt. Was wir vielleicht noch nicht von ihr wussten ...

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Sozialstruktur: Heinrich-Heine-Viertel wohl ohne Milieuschutz

Sozialstudie hilft aber bei der Durchsetzung sozialer Sanierungsziele

Das Gebiet östlich der Heinrich-Heine-Straße wird vermutlich nicht als Milieuschutzgebiet festgelegt.

Die Büros, die in den vergangenen Monaten detaillierte Untersuchungen der Sozialstruktur im Gebiet vorgenommen haben, werden das nicht empfehlen können.

Präzisiert werden sollen jedoch die sozialen Sanierungsziele im Sanierungsgebiet Nördliche Luisenstadt. In Milieuschutzgebieten können die Bezirke zusammen mit dem Land Berlin sehr weitgehend in den Immobilien-markt eingreifen und zum Beispiel bei Verkäufen von Mietshäusern ein Vorkaufsrecht geltend machen, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zeitweilig untersagen oder Luxusmodernisierungen verhindern.

Der größte Teil der Kreuzberger Luisenstadt ist so ein "soziales Erhaltungsgebiet", genauso wie weite Teile des Weddings oder von Moabit. Um den Eingriff in die Eigentumsrechte zu rechtfertigen, muss jedoch der "Erhalt der sozialen Zusammensetzung der Bevölkerung" gefährdet sein und mit Hilfe detaillierter Studien nachgewiesen werden. Im Auftrag des Bezirks Mitte haben die Büros "S.T.E.R.N." und "argus" solch eine Studie in den vergangenen Monaten durchgeführt und dazu auch sämtliche Haushalte im Gebiet angeschrieben.


Lesen Sie hier den vollständigen Artikel aus der Stadtteilzeitung "ecke köpenicker Nr. 6 Dez 2019 / Jan 2020" (Bild oben) ...


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Kurz gefasst - Alle Meldungen - 2020

Alle bisherigen Kurzmeldungen für 2020 hier auf dieser Seite ... - Sowie für 2019, 2018 und 2017 hier. - Mehr "Luisenstadt" googeln - bitte hier



    Januar 2020

  1. 15. Januar 2020 Vortrag: Wem gehört die Stadt? Was steckt hinter einem "Mietshäuser Syndikat"? In der Oranien 45
  2. Unser erster Newsletter des Jahres für Januar 2020 kann im Newsletter-Archiv nachgelesen werden. Und dort auch die zukünftigen bestellt werden
  3. Neue Dauerausstellung in der Thomaskirche: "1809 EINS 1961 GETRENNT 1989 VEREINT". Adresse und Öffnungszeiten hier
  4. Neue Serie auf unser Homepage: "Historische Fußtouren aus den 90ern" - Tour 1: Spuren der Luisenstadt
  5. Neuerdings ist ab sofort unser Büro immer montags von 13 - 17 besetzt. Unser neuer Vorstand Roland Pieper übernimmt bis auf weiteres die Stallwache. Kurzfristige Änderungen sind aber möglich
  6. Unser Bürgerverein Luisenstadt wünscht allen Mitgliedern und Freunden der Luisenstadt ein Frohes Neues 2020

 

NEU: Luisenstadt - Unser Veranstaltungsprogramm bis März 2020

Unser neues Veranstaltungsprogramm für die Monate Januar bis März 2020, organisiert von der AG Geschichte. Verteilung in Ihrer Nachbarschaft ab Anfang Dezember. - Terminübersicht:

  • Mi 15. Januar 2020: Vortrag - Mietshäuser Syndikat in der Oranienstraße
  • Mi 12. Februar 2020: Vortrag - Königin Luise von Preußen
  • Fr 13. März 2020: Revolution am Luisenstädtischen Kanal - Gedenktafel-Enthüllung

Hier können Sie hineinschauen und Details lesen...

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So war's: Geführter Mauerspaziergang am 10. November 2019

Rosie Kühne schreibt:

"Liebe Akteure,
ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die den Spaziergang am 10. November 2019 entlang des ehemaligen Mauerverlaufs durch die Luisenstadt vorbereitet und gestaltet haben!
Das große Interesse (es waren weit über 200 Interessierte dabei) und die allgemeine Geduld, auch wenn es mit der Technik mal nicht sofort klappte, zeigen, dass sich die Mühen der Vorbereitung auf jeden Fall gelohnt haben."


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Do 3·Okt Finale Abschlussfeier der Ausstellung "Kunst an der Plakatwand"

Flyer groß anzeigen hier

Ab 15 Uhr mit Bürgermeister Stephan von Dassel, Musik mit TriArt, Dagmar Bunde Gesang, Markus Ehrlich Saxophon und Julius Heise Vibraphon. Gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung. Gesang Rita Huber-Süß, Straßentheater KAMAdUKA.

Die Ausstellung selbst ist noch bis Sonntag, 6. Oktober 2019 geöffnet.


Letzte Aktualisierungen des Programmes finden Sie auf der Homepage des Projektes:

-> www.KunstanderPlakatwand.de