„Wir wollen hier bleiben…“ - Wie geht es weiter mit Kisch & Co. und der Oranienstraße?

Kisch Demo 800Foto: Matthias Reichelt

Interview mit Thorsten Willenbrock am 21.5.2021

BVL: Vor einem Monat, am 22.4.2021, hat das Landgericht Berlin Kisch & Co zur Räumung eurer Buchhandlung in der Oranienstraße 25 verurteilt. Dagegen konnte innerhalb eines Monats Berufung eingelegt werden. Habt ihr das getan?


T.W.: Nein, das haben wir nicht gemacht. Unser Anwalt sagte, dass das Oberlandesgericht mit allergrößter Wahrscheinlichkeit genau so entscheiden wird wie das Landgericht und das ist eine sehr teure Geschichte. Also die Prozesskosten belaufen sich jetzt schon auf ca. 7.500,- € und das würde sich mindestens verdoppeln. Da die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass wir den Prozess auch verlieren würden, können wir uns das zum einen nicht leisten und zum anderen hätte eine Berufung keine aufschiebende Wirkung. Der Räumungstitel kann auf jeden Fall durchgesetzt werden. Und insofern haben wir uns dagegen entschieden.

BVL: Es gab ja ein sehr breites Medienecho zu eurem Prozess und ich hatte gelesen, dass das Urteil bereits vor einer Berufungsverhandlung vollstreckbar ist. Gibt es denn schon entsprechende Schritte seitens des Vermieters? Wie geht es denn jetzt weiter?
T.W.: Es gibt noch keine Schritte vom Vermieter, es müssen ja auch bestimmte Fristen eingehalten werden. Erst einmal muss das Urteil zugestellt werden. Dann müssen sie es bei einer Stelle einreichen, bei der das Räumungsurteil zur Vollstreckung gebracht werden kann. Das dauert dann auch noch mal eine Woche, und erst dann können sie den Gerichtsvollzieher beauftragen. Wenn sie das alles ganz schnell machen, dann wird es im Juni zur Räumung kommen.

BVL: Das ist ja schon bald.
T.W.: Genau. Also wenn es wirklich ganz schnell geht, könnten sie in der nächsten Woche den Gerichtsvollzieher beauftragen.

BVL: Würde das denn von heute auf morgen vonstattengehen können?
T.W.: Nein, der Gerichtsvollzieher meldet sich normalerweise und gibt dann einen Termin bekannt, wann er vorbeikommt, um uns zu räumen.

BVL: Kann man das noch mal etwas herauszögern? Gibt es da entsprechende Möglichkeiten?
T.W.: Da kenn ich mich nicht so aus. Ich glaube eher nicht. Der Gerichtsvollzieher ist da an nichts gebunden und kann nach eigenem Gusto entscheiden, wann er, oder auch sie, Zeit hat.

BVL: Da ist ja im Moment alles sehr unsicher.
T.W. Genau. Also wir müssen uns darauf einstellen, dass ab Mitte Juni ungefähr der Termin sein kann, wo der Gerichtsvollzieher kommt und die Räume weg sind.

BVL: Wie läuft das dann ab?
T.W.: Entweder kann man eine Schlüsselübergabe machen, also ihm den Schlüssel geben und sagen, mach mal. Dann werden sie aber auch sofort das Schloss austauschen. Oder wir geben den Schlüssel nicht, dann brechen sie es eben auf mit entsprechender Polizeiunterstützung. Diese beiden Möglichkeiten gibt es nur.

BVL: Wie viele Arbeitsplätze gehen dadurch verloren?
T.W.: Da ich ja dort auch immer wieder bin, gehen mein halber Arbeitsplatz und drei weitere weg.

BVL: Und wo kommen die ganzen Bücher hin?

Kisch Interview Innenansicht 800
Foto: Matthias Reichelt

T.W.: Wir bestellen schon länger keine mehr und reduzieren die ganze Zeit schon unsere Lagerbestände. Wir haben also Bücher, nach denen gefragt wird, leider nicht mehr da. Und die müssen ja vorher ausgeräumt und irgendwo gelagert werden. Also hier in der Wiener Straße können wir sie nicht unterbringen, das ist ja hier viel kleiner. Und die Regale müssen auch abgebaut und irgendwo gelassen werden. Das müssen wir dann alles vorher machen.


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BVL: Ihr habt ja auch einen Versandbuchhandel. Ging das alles über die Oranienstraße?
T.W.: Nein, der Versandbuchhandel ist völlig getrennt davon. Die sitzen in Brandenburg und arbeiten von da aus. Das hat mit uns hier nichts zu tun.

BVL: Die Räume hier in der Wiener Straße sind aber nicht in Gefahr?
T.W.: Nein, das ist ein ganz anderer Vermieter, mit dem haben wir einen sehr guten Kontakt. Aber es ist räumlich keine Alternative. Wir können nicht einfach hierher umziehen. Es ist viel kleiner und es hat als modernes Antiquariat ja auch ein anderes Konzept. Wir können unser gesamtes Programm aus der Oranienstraße nicht hier unterbringen, und wir wollen das auch eigentlich so weiter machen und nicht reduzieren.

BVL: Gibt es denn irgendeine realistische Perspektive?
T.W.: Also wir suchen, und es gibt auch drei konkrete Angebote an Räumlichkeiten, aber wir gucken noch. Das ist auch ein bisschen schwierig, weil wir einen großen Raumbedarf haben. Wir haben jetzt 140 m2, und so in der Richtung müsste es eigentlich auch sein, damit wir unser Programm wieder aufstellen können. Wir haben uns schon umgeguckt. Kleinere Räume gibt es, es gibt auch viele Größere. Es gibt pandemidedingt einigen Leerstand, vor allem von Gastronomie, da sind dann aber Einbauten drin und es ist manchmal recht verwinkelt. Also es ist alles etwas kompliziert, aber wir sind dabei zu suchen.

BVL: Dann auch hier im Kiez?
T.W. Ja, wir wollen hier im Kiez bleiben. Also wir gucken nicht in Friedrichshain oder in 61, sondern wir wollen hierbleiben.

BVL: Heißt hierbleiben in der Oranienstraße?
T.W.: Nein, nicht unbedingt. Das kann auch in einer Nebenstraße sein, oder auch hier in der Nähe in der Wiener Straße. Aber auf alle Fälle nicht so weit entfernt von unserem jetzigen Standort.

BVL: Es war es ja dein Ziel, nächstes Jahr 25-jähriges Jubiläum zu feiern in der Oranienstraße. Bist du da irgendwie doch noch optimistisch?
T.W.: Also an dem Standort, wo wir jetzt sind, werden wie nicht mehr das 25-jährige feiern, das ist schon ziemlich sicher. Es sein denn, dass sie auf einmal denken, ach wir lassen die da mal drin und beauftragen den Gerichtsvollzieher nicht. Das halte ich aber für sehr unwahrscheinlich. Also alles bisherige hat eigentlich darauf abgezielt, uns da rauszubekommen. Es hieß ja, ihr kriegt noch mal einen Vertrag für sieben Monate, aber dann müsst ihr auf jeden Fall raus. Und wir hätten dazu nichts sagen dürfen, hätten quasi einen Maulkorb bekommen. Also daher glaube ich nicht, dass wir dort unser Jubiläum feiern können. Vielleicht woanders, aber nicht in der Nummer 25.

BVL: Schade, 25-jähriges in der Nummer 25 wäre schön gewesen. Was braucht ihr an Unterstützung?
T.W.: Wir kriegen schon unglaublich viel Unterstützung. Einerseits durch die Initiative "Volle Breitseite", die uns auf verschiedene Weise unterstützt, durch Kundgebungen oder auch durch anwaltliche Beratungen der KIGE, eine gemeinwohlorientierte Beratungsstelle für Gewerbemieter. Und wir bekommen auch von den Menschen, die hier wohnen, ganz viel Unterstützung. Sei es, dass sie uns sagen, ihr müsst hierbleiben, oder uns eine Flasche Wein oder Kuchen oder Blumen vorbeibringen. Und auch für einen eventuellen Umzug gibt es schon viele Leute, die dafür ihre Hilfe angeboten haben.

Kisch C55A7082 NL Interview 800
Foto: Matthias Reichelt

BVL: Ihr wartet jetzt aber erst mal ab, was passiert?
T.W.: Ja, was anderes können wir im Moment nicht machen.

BVL: Oder geht ihr, wenn ihr andere Räume bekommt, schon vorher raus, bevor der Gerichtsvollzieher kommt?
T.W.: Nein. Wenn wir damit rechnen, dass er im Juni kommt, wäre es dafür jetzt auch schon zu spät. Eine Räumung ist auch nicht so teuer, es kommt natürlich ein bisschen auf den Gerichtsvollzieher an, ob er dafür noch ein Umzugsunternehmen anfordert. Das kann nochmal ein paar Tausender kosten. Aber wir versuchen dann mit ihm zu reden und werden mit Sicherheit vorher ausräumen.

BVL: Wenn ihr wisst, wann der Gerichtsvollzieher kommt, würdet ihr es beizeiten bekannt geben, so dass Leute euch helfen können und der Laden dann leer ist?
T.W.: Genau, sobald wir den Termin wissen. Dann ist das auch nicht so teuer für uns.

BVL: Das ist alles sehr schade. Mal sehen, was dann da hinkommt. Also ich denke, mehr Gastronomie und noch mehr Event braucht es in der Oranienstraße nicht.
T.W.: Nein, wirklich nicht. Das sagen auch die Leute, die dort wohnen. Vor der Pandemie ist es ja so gewesen, dass wir schon von einer "Touristifizierung" sprechen müssen, weil das Angebot immer mehr auf Touristen abgestellt ist, es also fast nur noch Gastronomie gibt und alle bis in die Puppen feiern. Also es wurde schon immer ein bisschen länger gefeiert, aber das war doch alles in Maßen und die Leute haben sich auch noch ein bisschen benommen. Aber die Touristen, die jetzt kommen, sind so drauf, dass sie sagen, mir doch egal, das hier ist Kreuzberg. Und wenn man denen um 3 Uhr nachts sagt, könnt ihr mal ein bisschen ruhiger sein, bekommt man ein "verpiss dich" zu hören.

BVL: Und sie schmeißen ihren Müll überall hin.
T.W.: Nicht nur ihren Müll, sondern auch noch andere Hinterlassenschaften, was natürlich mit dem Alkoholkonsum zu tun hat. Und dann kommt noch Airbnb dazu, das ist natürlich auch nicht gut für die Leute hier. Die Wohnungen sollen doch eigentlich für diejenigen da sein, die hier wohnen wollen. Es gehören natürlich immer zwei dazu, der Vermieter gehört auch dazu. Und es gibt es auch Leute, wo man eigentlich dachte, das kann nicht sein, dass die sowas forcieren, indem sie ihre eigene Wohnung auf diese Art und Weise vermieten. Also das sind schon unselige Entwicklungen. Das wird langsam zum Disneyland hier. Die Leute kommen dann hier her, weil sie bestimmte Erwartungen und eine Vorstellung von der Gegend haben, die gar nicht mehr existiert.

BVL: Ich dachte, Friedrichshain-Kreuzberg sei ziemlich vehement gegen Airbnb vorgegangen.
T.W.: Das haben sie wohl probiert, aber es ist ja immer eine Frage der Kapazitäten. Und manche Sachen lassen sich wohl auch nicht vermeiden. Also das ist insgesamt keine schöne Entwicklung. Aber um so wichtiger ist es natürlich, dass die Geschäfte, die auf den täglichen Bedarf für die Anwohner ausgerichtet sind, dass die auch dableiben.

BVL: Das macht ja die Wohnqualität aus, auch im Sinne von Verkehrsberuhigung, dass du die alltäglichen Sachen fußläufig hast.
T.W.: Ja, aber nicht nur Geschäfte, es gibt ja auch noch Handwerksleistungen und soziale Einrichtungen wie Kindergärten und anderes, was ja auch immer mehr versucht wird, zu verdrängen. Gibt es überhaupt noch Handwerker dort?

BVL: In der Dresdener Straße gibt es eine Glaserei.
T.W.: Ja, aber keinen Klempner mehr, keinen Elektriker. Wenn man die ruft, die fahren dann von jwd an und man muss viel für die Anfahrt zahlen. Im Gegensatz zu früher, wo er sagte, ich komme mal kurz vorbei und schaue mir das an. Das gehört ja auch mit zur Versorgung der Wohnbevölkerung, nicht nur die Geschäfte, sondern auch Dienstleistungen.
Und mit Friseuren ist das auch so. Wenn man als Friseur sagt, man kann nicht mehr zahlen, dass dann die Vermieter meinen, ja, dann nehmen sie doch einfach mehr. Das sagen die dann einfach so. Aber das kann man doch nicht endlos nach oben schrauben.
Es ist ja genau so mit dem Kaffee, den man da bezahlt, der ist so teuer, weil man immer wieder die Miete auch mit bezahlt. Verrückt.

BVL: Ja, die Leute, die hier leben, können sich das dann in der Regel nicht mehr leisten. Es gibt wenige Vermieter, die bezahlbare Mieten verlangen.
T.W.: Zum Glück gibt es noch die Luisenstadt Genossenschaft, die in der Oranienstraße und Querstraßen Häuser hat, wo die Mieten noch bezahlbar sind. Das ist ja das Einzige, was die Leute schützt vor überteuerten Mieten. Deutsche Wohnen hat viele Häuser in der Oranienstraße.
Wie viele Leute schon aus ihren Wohnungen verdrängt wurden im Zuge von Umwandlungen in Eigentum oder durch zu hohe Mieten. Entmietungen gibt es ja auch, dass man die Leute terrorisiert und rausekelt, um dann das große Geschäft damit zu machen.
Es werden also die Mieter und die Gewerbetreibenden vertrieben. Wenn das so weiter geht, wird es in fünf Jahren hier völlig anders sein.

BVL: Was ist denn eigentlich mit den anderen Einrichtungen in der Oranienstraße 25, die ngbk (neue Gesellschaft bildende Kunst), das Museum der Dinge, sind die auch betroffen?
T.W.: Die betrifft es dann bestimmt auch. Ich weiß von den Architekten, die haben ein neues Angebot bekommen, die zahlen jetzt 13,- € und sollen dann 38,- € den Quadratmeter zahlen. Das können die sich natürlich nicht leisten. Deren Vertrag läuft im August aus. Der Vertrag der ngbk läuft Mitte nächsten Jahres aus, der vom Museum der Dinge erst zum Ende 2023. Aber da ja davon auszugehen ist, dass das Haus ein Spekulationsobjekt ist und sie es leer haben wollen, müssen wahrscheinlich alle raus. Davon gehen eigentlich alle von aus, die da sind, dass sie raus müssen. Oder dass so hohe Mieten verlangt werden, die keiner zahlen kann.

BVL: Das sind keine guten Entwicklungen. Ich danke dir für das Gespräch und wünsche euch, dass ihr alternative, bezahlbare Räume im Kiez bekommt und euer 25-jähriges Jubiläum hier feiern könnt.

Das Interview führte Beate Leopold für den Bürgerverein Luisenstadt e.V.

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Einbringung der Röhrichtinseln

Arbeiter beim Zusammenbau der Röhrichtinseln am Fr. 13. 08. im Engelbecken. Foto: P. Falckenberg

Bürgervereien wählt neuen Vorstand

Neuer Vorstand Bürgerverein Luisenstadt e.V.: Peter Schwoch, Ralph Rönsch und Petra Falkenberg; Foto: Wieland Giebel
Am 12. August 2021 wurde ein neuer Vorstand in der St. Thomas Kirche gewählt. Neuer Vorsitzender wurde Peter Schwoch, Stellvertreterin Petra Falkenberg. Neuer und alter Schatzmeister ist Ralph Rönsch. Ronald Pieper stand aus persönlichen Grunden nicht mehr für eine Vorstandstätigkeit zur Verfügung. Wir wünschen dem neuen Vorstand alles Gute!
Lesen Sie hier auch den Tätigkeitsbericht (PDF)

Es ist ein beglückendes Gefühl, Bücher machen zu können …

Gespräch mit Wieland Giebel, Leiter des Berlin Story Verlags, am 23.6.2021

BVL:    Unter dem Dach Berlin Story sind vielfältige Aktivitäten zur Geschichte Berlins zu finden: Seit 1997 bis 2016 Buchladen und Museum mit diversen Ausstellungen an verschiedenen Standorten Unter den Linden, seit 2014 der international bekannte Bunker mit Museum in Kreuzberg sowie der Berlin Story Verlag. Er hat seit 2015 seinen Sitz in der Luisenstadt, am Leuschnerdamm 7 mit Blick auf das Engelbecken.



In unserem Newsletter geht es um Leben und Arbeiten in der Luisenstadt, daher steht der Verlag im Mittelpunkt. Bis 2015 haben die im Verlag tätigen unter einem Dach mit den Mitarbeiter*innen des Museums und des Buchladens Unter den Linden gearbeitet. Wie kam es zum Wechsel des Verlagssitzes und warum ging er an den Leuschnerdamm?

W.G.:    Der Wechsel kam zustande, weil die Räume Unter den Linden 40 kurz vor der Kündigung standen, das Haus wurde verkauft und wir mussten raus. Zum Leuschnerdamm gingen wir, weil ich im gleichen Haus wohne und die Räume hier bereits für den Verlag vorbereitet waren. Es war alles schon verkabelt und eingerichtet, so eine Art Notbüro, weil vorauszusehen war, dass es Unter den Linden nicht weitergeht.

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Interview mit Kisch & Co

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Foto: Matthias Reichelt

Interview mit Thorsten Willenbrock am 21.5.2021

BVL: Vor einem Monat, am 22.4.2021, hat das Landgericht Berlin Kisch & Co zur Räumung eurer Buchhandlung in der Oranienstraße 25 verurteilt. Dagegen konnte innerhalb eines Monats Berufung eingelegt werden. Habt ihr das getan?

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Gentrifizierung in der Luisenstadt am Beispiel der Buchhandlung Kisch & Co.

Der Begriff Gentrifizierung kommt aus dem Englischen und wird seit den 1960er Jahren zur Charakterisierung von Veränderungsprozessen in städtischen Bereichen benutzt. Gegen Veränderung als solche ist erst einmal nichts einzuwenden, es kommt aber darauf an, in welche Richtung sie geht und wer letztlich davon profitiert.

Das Deutsche Institut für Urbanistik erläutert den Begriff Gentrifizierung und die damit einhergehenden Prozesse eingängig und gut nachvollziehbar: "Abgeleitet vom englischen Ausdruck "gentry" (= niederer Adel) wird .. (Gentrifizierung) zur Charakterisierung von Veränderungsprozessen in Stadtvierteln verwendet und beschreibt den Wechsel von einer statusniedrigeren zu einer statushöheren (finanzkräftigeren) Bewohnerschaft, der oft mit einer baulichen Aufwertung, Veränderungen der Eigentümerstruktur und steigenden Mietpreisen einhergeht.

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Leseprobe: "Das Taut-Haus am Engelbecken, ein Denkmal"

 

Das Taut-Haus im Jahr 2011 als Baustelle - Foto: Archiv Bürgerverein

Text: Elisabeth Masé

1927 beauftragte die Zentralverwaltung des Deutschen Verkehrsbundes den Architekten Bruno Taut mit dem Bau eines imposanten Bürogebäudes am Engeldamm/Ecke Michaelkirchplatz. Es wurde 1932 vom Architekten Max Taut, Bruno Tauts Bruder, und dem Architekten Franz Hoffmann in Form eines viergeschossigen Rechtecks mit zwei umschlossenen Innenhöfen fertiggestellt.

Bruno Taut, ein enthusiastischer Verehrer der Russischen Revolutionsarchitektur, lebte zu diesem Zeitpunkt bereits in Moskau und richtete für die dortige Stadtverwaltung ein Büro für Neubauten ein. Doch aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten und enttäuscht von der sowjetischen Architekturentwicklung kehrte er 1933 nach Berlin zurück, wo er, kaum angekommen, vor den Nationalsozialismus nach Japan fliehen musste.

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