Die Betroffenenvertretung für das Sanierungsgebiet „Nördliche Luisenstadt“ braucht interessierte Anwohner. Jeder kann sich engagieren. Es genügt zweimal dabei gewesen zu sein, um ein stimmberechtigtes Mitglied zu werden. Das Gremium freut sich über neue Mitmacher.

Treffpunkt ist jeden 3. Dienstag im Monat, 18.30 Uhr im Projektzentrum Dialog in der Köpenicker Str. 101.



Die Aufgaben und die Tätigkeit der Betroffenvertretung sowie Details über das Sanierungsgebiet:

Für den Kiez zwischen Michaelkirchstraße und Engeldamm und zwischen Spree und Melchiorstraße hat der Senat 2011 die Festlegung eines Sanierungsgebietes beschlossen.  Unter einem Sanierungsgebiet ist ein Planungsinstrument zu verstehen, dass es den Bauverwaltungen ermöglicht, in die städtebauliche Entwicklung einzugreifen und ggfs. Investoren zu veranlassen, allgemeine Ziele zu berücksichtigen wie z.B. Bauhöhe, Baudichte, Fragen der Verkehrsführung, des Umweltschutzes oder der sozialen Struktur.

Das Ziel der Planung ist ein städtebauliches Entwicklungskonzept für den öffentlichen Raum (Straßen, Grünflächen, Uferbereiche, Plätze, Brücken u.a.), das vom Stadtplanungsamt des Bezirks Mitte erarbeitet wird und das unter Beteiligung der betroffenen Bürger zustande kommen soll. Es ist gerade diese Besonderheit der Bürgerbeteiligung am Planungsinstrumentes „Sanierungsgebiet“, dass die Ziele der Sanierung nur durch die Mitwirkung von Betroffenen wie Anwohnern, Gewerbetreibenden, Vereinen, Kirchen, Institutionen festgelegt werden sollen und können.

Praktisch erfolgt diese bürgerschaftliche Beteiligung im Gremium einer „Betroffenenvertretung“, ein von einer Einwohnerversammlung gewählter Kreis von interessierten Bürgern. Diese Wahl fand im November 2012 in der Nördlingen-Schule statt. 14 Bürgerinnen und Bürger umfasst diese Betroffenenvertretung, die einmal monatlich tagt und unterstützt wird durch ein Planungsbüro, in unserem Fall durch das Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement - KoSP GmbH, Schwedter Str. 34 A.

Das umrissene Stadtgebiet ist in den letzten Kriegstagen schwer zerstört worden. Insbesondere der spreenahe Bereich war viele Jahre lang eine Ruinenlandschaft. In der DDR- Zeit sind auch nur einzelne Gebäude repariert oder neu gebaut worden, ohne dass eine planmäßige  Entwicklung erreicht wurde (Schule Adalbertstraße, Wohnheim Melchiorstraße). Die Grenznähe behinderte darüberhinaus die städtebauliche Reparatur.

Anfang der 90er Jahre fanden junge Leute mit alternativen Lebensformen in der Ruine Köpenicker Straße 137/138 eine leere Immobilie und besetzten sie. Bis heute sind sie unter dem europaweit bekannten Namen „Köpi“ unsere Mitbewohner im Kiez; inzwischen mit legalen Mietverträgen. Sie sollen genau wie ihre Nachbarn in der Wagenburg ihre Interessen vertreten und gehört werden, wenn es um die Umgestaltung der nördlichen Luisenstadt geht.

Seit ein paar Jahren interessieren sich auch Investoren für die noch immer vorhandenen Baulücken und entdecken die attraktive Nähe zur Innenstadt. Der Verwertungsdruck steigt und Bauvoranfragen und Bauanträge häufen sich. Um eine sozialverträgliche angemessene Quartiersentwicklung zu erreichen, wird das ganze Gebiet in Form von Blockkonzepten beplant.

Westlicher und östlicher Melchiorblock, und der Holzuferblock sind die Bereiche, von denen zuerst der östliche Melchiorblock zwischen Köpenicker Straße /Engeldamm/ Melchiorstraße und Adalbertstraße bearbeitet wird. Zur Zeit sind es die Sanierungsziele für diesen Block, die uns beschäftigen. Denn innerhalb dieses Blocks liegt die größte Brache mit leer stehenden Remisen, baufälligem Torhaus, den Ruinen einer kleinen Halle und der der größeren früheren Generatorenhalle. Es ist das Grundstück des früheren Postfuhramtes. Hier sind z. B. die Sanierungsziele festzulegen hinsichtlich der Bebauungsdichte mit neuen Gebäuden, Abriss nicht erhaltungswürdiger Bausubstanz, der Durchwegung zur Erschließung (Vermeidung von Hinterhoflage), Grünflächenanteil u.a..

Es gibt im Sanierungsgebiet kein anderes Grundstück, das ein so großes Entwicklungspotential darstellt, wie dieses frühere Postfuhramt aufgrund seiner vorhandenen Gebäude, trotz seines vollständigen Erneuerungsbedarfs. Die Verhandlungen mit dem privaten Eigentümer, der gleichzeitig auch Investor ist, sind auf einem erfolgversprechenden Stand.

Ein weiteres Sanierungsziel ist die Verbesserung der Zugänglichkeit zur Spree. Das bedeutet die Herausbildung eines Spreeuferweges zwischen Köllnischem Park und Schillingbrücke mit späterem Anschluss im Kreuzberger Spreeuferbereich. Dazu müssen rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden, dass der vorgesehene Spreeuferweg auch über private Grundstücke geführt werden kann und öffentlichen Charakter erhält.

Die Finanzierung der skizzierten Maßnahmen soll über das Senatsprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ erfolgen mit einem Investitionsvolumen von ca. 14 Millionen Euro verteilt auf den Zeitraum von 15 Jahren. Eine der ersten Baumaßnahmen wird der Grundausbau der Melchiorstraße sein, beginnend 2014.

In der Betroffenenvertretung kann sich jeder interessierte Anwohner engagieren. Es genügt zweimal dabei gewesen zu sein, um ein stimmberechtigtes Mitglied zu werden. Das Gremium würde sich über neue Mitmacher freuen.

Treffpunkt ist jeden 3. Dienstag im Monat um 18.30 Uhr in der Köpenicker Str.101, Dialog 101, direkt am U-Bahneingang Heinrich-Heine-Straße.

Volker Hobrack, Betroffenenvertretung


Zum Weiterlesen

www.Luisenstadt-Mitte.de und www.Luisenstadt-Mitte.de/akteure/betroffenenvertretung

Veranstaltungen und Treffen

Mehr als 200 Personen kamen zur 1. Bürgerversammlung

Das Gebiet der Sanierung Mitte - Nördliche Luisenstadt

Stadterneuerung in Mitte - Sanierungsgebiet Nördliche Luisenstadt
(Infoseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bei Berlin.de)

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren