Engelbecken

Das Engelbecken ist "auferstanden aus Ruinen", in mehreren Phasen.
1997 hob man den Schutt aus, etwas tiefer als zunächst vorgesehen und schon füllte das Grundwasser die Grube aus. Man erhielt eine Ahnung dessen, was das ursprüngliche Becken war und ein Provisorium, das 8 Jahre hielt.
2005 begann die denkmalgetreue Wiederherstellung. Die umfangreichen Baumaßnahmen waren nötig geworden, weil die Beckenränder einzubrechen und die Sohle wieder zu verlanden drohte.
Nun ist es völlig wiederhergestellt, wie einst gesäumt von Pergolen und niedrigen Hecken, aber es gab auch kleine Änderungen.

Anders als früher bieten nun Rasenflächen am Rand vielen Menschen einen Sonnen- und Lagerplatz direkt am Wasser. Die Krönung sind natürlich die 16 Fontänen, feierlich eingeweiht am 22. Mai 2007 bei einem kleinen Empfang zu dem sich Bezirks- und Senatsvertreter, die Cafébetreiber, der Bürgerverein und einige Anwohner einfanden; die Abendschau hat berichtet.
Gefreut haben wir uns an diesem Tag auch über die Zusage der Firma Stroer (die bereits den Indischen Brunnen am Rosengarten sponsert) weil sie sich verpflichtete, ihr Engagement auf den Betrieb der 16 Fontänen auszudehnen. Sicherlich ein Beitrag, der Tausenden von Besuchern und Anwohnern zugute kommt!

Und nun?
Wer im Frühsommer durch den duftenden Rosengarten auf das Becken zugeht, mag sich vorstellen, wie dankbar die Luisenstädter in den zwanziger Jahren dem Gartenarchitekten Erwin Barth waren, der dieses Kunstwerk damals konzipierte.
Was muss es für eine Wohltat gewesen sein, aus den staubigen Straßen oder engen Hinterhauswohnungen in diesen Park zu treten!
Der Kontrast von weiter Wasserfläche, symmetrisch sprudelnden Fontänen, von offenen Rasenflächen, geschützten Lauben und üppigen Rosenranken ist von einer Heiterkeit, der sich die Menschen schon damals nicht entziehen konnten.

Und wer heute an einem sonnigen Tag von der Annenstraße über die Brüstung blickt, sieht 100 bis 200 Menschen, die sich der nonchalanten Schönheit dieses Ortes hingeben. Sei es im Café am Engelbecken, bei Bionade oder Eis, sei es am Beckenrand mit einem Buch in der Hand und den Beinen im Wasser, vielleicht auch unter einer Pergola dösend mit dem Basecap tief im Gesicht…

So mancher erinnert sich an die Zeit vor den Bauarbeiten. Da hatten die spontane Natur, das Schilf, die Wasservögel, die Fischreiher dem Becken einen eigenen rauen Charme verliehen. Alle dies wurde baubedingt zunächst zurückgedrängt, doch den beiden Wasserschildkröten und vielen Karpfen und Goldfischen konnten die Bagger nichts anhaben. Auch das Röhricht sprießt bereits wieder und wird in wenigen Monaten vielen Arten neue Zuflucht bieten.

An späten Sommernachmittagen jagen kleine Geschwader von Mauerseglern über die Wasserfläche, sich anfeuernd mit gellenden Pfiffen. Bei Dämmerung, wenn die Fontänen ruhen, ist Schichtwechsel: lautlose Fledermäuse ziehen unstet flatternd von der Ruine der Michaelkirche herüber. Darüber hält der Erzengel St. Michael doppelte Wache - hoch oben als Statue von der Kuppel der Kirche und unten als ihr Spiegelbild in der Mitte des Beckens. Und von Monat zu Monat nimmt die Zahl der Fans zu, die sich einig sind: Das Engelbecken ist ein magischer Ort ....


Entwurf Engelbecken

Ausbau Engelbecken

Engelbecken